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Der lange Weg der Vermarktung

Es waren zwei ereignisreiche Wochen mit den Projektpartner*innen aus Guatemala, die bei OroVerde zu Gast waren. Die Ziele ihrer Reise bestanden darin, Kontakte zum europäischen Markt für Kaffee und Kakao zu knüpfen und potenzielle Abnehmer auch persönlich kennenzulernen. Mit Kaffee und Kakao im Gepäck führte sie ihr Weg mit dem Zug nicht nur im Zickzack durch Deutschland, sondern letztlich bis nach Amsterdam.

Bereits am Morgen nach der Landung in Deutschland war das insgesamt 18-köpfige Team gemeinsam mit OroVerde-Mitarbeiter*innen unterwegs nach Nürnberg zur BIOFACH-Messe, der größten Fachmesse für Bioprodukte weltweit. Hier bot sich für drei der Projekt-Kooperativen aus Guatemala die einzigartige Möglichkeit, an einem eigenen Messestand die Produkte auszustellen und mit zahlreichen Messebesuchern in Kontakt zu treten. Der Kaffee und Kakao, der in den OroVerde- Projektregionen angebaut wird, wächst auf lokalen, familien-geführten Farmen in biodiversen Agroforstsystemen und erfüllt dabei nicht nur Bio-, sondern zusätzlich Fair Trade-Standards.

Durch den Anbau in Agroforstsystemen können alternative Einkommensquellen geschaffen und damit der Druck auf den Regenwald in der Umgebung verringert werden. Besonders diese „Geschichte hinter den Bohnen“ lockte nicht nur viele Interessierte an den Stand, sondern erweckte auch Aufmerksamkeit in persönlichen Gesprächen und Verhandlungen mit Unternehmern. Bei einer professionellen Kaffeeverkostung konnten allmorgendlich die Kaffee-Arten der verschiedenen Regionen probiert und verglichen werden. Auch die hohe Qualität des Kakaos veranlasste Vertreter von Schokoladen-Produzenten dazu, Kakao-Proben mitzunehmen, um daraus probeweise Schokolade herzustellen und für die mögliche Vermarktung zu testen.

Nach vier langen Messetagen ging es nach Bonn, wo zunächst ein Besuch im OroVerde-Büro anstand, um auch das restliche Team kennen zu lernen. Zusätzlich wurden Röstereien und Schokoladenhersteller im Bonner und Kölner Raum besucht. Anschließend teilte sich die Gruppe. Einige reisten weiter nach Italien; andere weiter nach Amsterdam zur Kakao-Messe „Chocoa“. Hier besuchten sie eines der größten Logistikunternehmen für Kakao im Amsterdamer Hafen, sahen die einzelnen Schritte der Verladung und Lagerung und die großen Unterschiede zwischen der Massenware für große Schokoladen-Firmen und dem zertifizierten Kakao aus einzelner geprüfter Herkunft. Der Blick hinter die Kulissen macht hier besonders deutlich, wie viel jeder Einzelne*r mit seinem Konsum beeinflusst und in der Hand hat.

Insgesamt war die gemeinsame Zeit mit den guatemaltekischen Projektpartner*innen für alle ein großer Erfolg! Es konnten zahlreiche Kontakte zu interessierten Unternehmen hergestellt und weitere Schritte zur gewinnbringenden Vermarktung unternommen werden. Denn letztlich können nur rentable nachhaltige Einkommensquellen zum Schutz des Regenwaldes vor Ort beitragen!

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