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Wie Projektarbeit trotz Ausgangssperre funktioniert

Millionen von Menschen versuchen derzeit von zu Hause aus zu arbeiten, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Auch wir von OroVerde und die Mitarbeiter*innen unserer Partnerorganisationen halten uns an die jeweiligen staatlichen Vorgaben. Die Mitarbeiter der Partnerorganisation Vereinigung der Organisationen der Cuchumatanes (ASOCUCH) in Guatemala jedoch leben vor Ort und betreuen die Projekte und die bevorstehende Kaffee-Ernte intensiv weiter. ASOCUCH berichtete OroVerde telefonisch, wie das funktioniert.

Die Agroforstsysteme der Kaffeeproduzenten werden weiterhin von den Mitarbeitern von ASOCUCH vor Ort aufgesucht und die Kleinbauern in den Anbaumethoden beraten.

Gerade im Projektgebiet Guatemala ist das nationale Gesundheitssystem nicht auf die massenhafte Behandlung von Patienten mit Viruserkrankungen vorbereitet. Aus diesem Grund hat die Regierung bereits frühzeitig Maßnahmen ergriffen und Ausgangssperren verhängt. Seit mehr als drei Wochen sind die Menschen in Guatemala bereits dazu angehalten, soweit möglich zuhause zu bleiben. Die Projektarbeit unserer Partnerorganisationen im Land geht dennoch in großen Schritten weiter.

Projektmitarbeiter leben zumeist vor Ort im Projektgebiet

Die Vereinigung der Organisationen der Cuchumatanes (ASOCUCH) arbeitet im Westen Guatemalas in der Gebirgsregion Sierra de los Cuchumatanes und unterstützt lokale Produzentenorganisationen im nachhaltigen Anbau von Kaffee in Agroforstsystemen. Die Gemeinden sind weit verstreut und teilweise schwierig zu erreichen. Zusätzlich verschärften sich in den vergangenen Tagen aufgrund des Corona-Virus die Einschränkungen, sodass es kaum noch möglich ist, von einer Gemeinde in die nächste zu wechseln. In den meisten Regionen kann ASOCUCH dennoch die Projektarbeit aufrechterhalten, da der Großteil ihres Fachpersonals selbst aus ländlichen Gemeinden kommt und dort lebt. Jeden Donnerstag arbeiten die einzelnen Mitarbeiter eine Planung der Aktivitäten für die folgende Woche aus und schicken sie an ASOCUCH. Zudem stehen sie weiterhin untereinander per Telefon in Kontakt.

 

Hausgärten sind jetzt wichtiger denn je

Derzeit steht im guatemaltekischen Hochland die Kaffeeernte an und es werden viele Fortbildungsmaßnahmen zur fachgerechten Ernte und anschließenden Verarbeitung des Kaffees durchgeführt. Auch die Agroforstsysteme der Kaffeeproduzenten können weiterhin von den Mitarbeitern von ASOCUCH vor Ort aufgesucht und die Kleinbauern in den Anbaumethoden beraten werden. Besonders anfangs zeigten sich viele Gemeindemitglieder sehr besorgt und verzichteten aus Angst vor dem Virus darauf, ihre Anbauflächen weiterhin aufzusuchen und zu bewirtschaften. Insbesondere in diesen Zeiten, da selbst der regionale Handel stark eingeschränkt ist, erweist sich jedoch der lokale Anbau von Lebensmitteln zur Versorgung der Gemeinden als umso wichtiger. Daher fördert ASOCUCH auch vermehrt die Bewirtschaftung von Hausgärten zur Produktion von Obst und Gemüse. Wir von OroVerde versuchen nicht nur untereinander, sondern auch mit unseren Partnerorganisationen über E-Mail, Skype und andere Programme in Kontakt zu bleiben und sie in der fortlaufenden Projektarbeit zu unterstützen.

 

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