Die diesjährige UN-Klimakonferenz (COP30) im brasilianischen Belém stand unter besonderen Vorzeichen: Mitten im Herzen des größten Tropenwaldes der Erde hofften viele Staaten, indigene Gruppen und NGOs auf starke politische Signale für den Schutz der Tropenwälder und einen konsequenten Ausstieg aus fossilen Energien. Doch das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Neben der eher ernüchternden Bilanz sieht OroVerde jedoch auch einen klaren Aufruf für eine Verstärkung des Tropenwaldschutzes.
4. Dezember 2025 | Vivien Botin
Schon bei der Ankunft stand für uns von OroVerde fest: Die UN-Klimakonferenz 2025 in Belém (COP30) im Norden Brasiliens ist besonders – eine Konferenz mitten im Herzen des größten Tropenwaldgebiets der Erde. Für die Tropenwaldstiftung OroVerde eine besondere Chance, um auf die Dringlichkeit von Wald- und Klimaschutz aufmerksam zu machen.
Es war ein überaus herzlicher Empfang in der Großstadt Belém: überall Gespräche, Begegnungen, Offenheit. Zahlreiche politische und zivilgesellschaftliche Stimmen aus allen Teilen der Welt kamen hier zusammen. Für unsere Kolleg*innen von OroVerde ein echtes Highlight: alte Weggefährt*innen wiederzutreffen, neue Partnerschaften zu knüpfen und konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Zusammenarbeit zu finden. Besonders wertvoll waren die zahlreichen Side-Events, in denen auch wir unsere Arbeit präsentieren konnten – ein Schwerpunkt unseres Besuchs.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Zivilgesellschaft diese COP so stark geprägt hat wie selten zuvor: Projekte, Stimmen, Bewegungen. Sichtbar in Pavillons, in der ganzen Stadt und nicht zuletzt in einem großen Marsch durch ganz Belém.
Doch am Ende der COP30 blieb nach dieser ersten Energie und Aufbruchstimmung eine ernüchternde Bilanz: Offizielle Beschlüsse, die den notwendigen Ausstieg aus fossilen Energien voranbringen oder eine klare Roadmap gegen Entwaldung liefern sollten, blieben aus.
Dass eine kleine Gruppe von Ländern die aus unserer Sicht nötigen Schritte blockieren konnte, zeigt, wie komplex multilaterale Verhandlungen derzeit sind. Als Tropenwaldstiftung trifft uns dies besonders, denn ohne entschlossene Maßnahmen gegen Entwaldung verlieren wir wertvolle Zeit, die wir nicht haben.
Lichtblicke und wichtige Ergebnisse für den Waldschutz:
Doch es gab auch beachtenswerte Ergebnisse für den Waldschutz
- Die Intergovernmental Land Tenure Commitment stärkt die Rechte indigener und lokaler Gemeinschaften auf 160 Millionen Hektar Land.
- Die erweiterte Forest and Land Tenure Pledge mobilisiert 1,8 Milliarden US-Dollar für Menschen, die Wälder schützen.
- Positiv sind auch der Gender Action Plan sowie der Plan zur gerechten Transformation, die Themen wie soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte stärken, wie z. B. die Rolle von Frauen im Rahmen des Klimaschutzes oder auch die Rechte indigener Gemeinschaften.
- Gleichzeitig beobachten wir mit Interesse Brasiliens Ankündigung einer eigenen Roadmap zur Entwaldungsumkehr, die außerhalb des UNFCCC (Klimarahmenvertrag der UN) entstehen und zur COP31 vorgelegt werden soll.
Tropical Forests Forever Facility (TFFF): Eine Chance mit vielen offenen Fragen
Die neu gegründete Tropical Forests Forever Facility (TFFF) hat bereits beachtliche 6,65 Milliarden US-Dollar eingeworben. Diese Entscheidung verdeutlicht die wachsende Bedeutung des Tropenwaldschutzes im globalen Klimaschutz. Deutschland kündigte hierfür eine Investition von einer Milliarde Euro an. Das klingt zunächst viel, ist aber aus Sicht von OroVerde nicht ausreichend. Zudem ist der Fond weder in seiner Struktur noch in seiner Steuerung optimal. Doch er eröffnet eine wichtige Handlungsoption: Deutschland sitzt künftig mit im Entscheidungsgremium. Dadurch entstehen Ansatzpunkte, um Einfluss auf die Ausgestaltung des Fonds zu nehmen und Positionen zu stärken, die echten Waldschutz ermöglichen.
Das Fazit von OroVerde
Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen setzen wir uns dafür ein, dass die Stimmen der Menschen und des Tropenwaldes in den Verhandlungen Gehör finden – ein Ausgleich zur Macht großer Wirtschaftsinteressen.
Inhaltlich bleibt viel zu tun. Die Ergebnisse der COP30 spiegeln die aktuelle globale Realität wider: viel politische Blockade, viel Lobbyeinfluss und insgesamt zu wenig Mut für echte Veränderungen.
Gleichzeitig ist die COP30 ein Zeichen dafür, dass multilaterale Zusammenarbeit trotz aller geopolitischer Spannungen noch funktioniert und dass die weltweite Zivilgesellschaft vorangeht. In einer Zeit wie dieser ist das kein kleines Signal, sondern ein essenzielles für den Waldschutz.
Gerade deshalb dürfen und werden wir nicht nachlassen! Um diesen Prozess mitzugestalten, kämpfen wir mit Ihrer Unterstützung und gemeinsam mit den Menschen vor Ort weiter – für den Regenwald, für die Menschen, die in den Tropen leben und für den Klimaschutz!
OroVerde setzt Regenwald-Schutzprojekte mit einheimischen Partnern in elf Ländern um – mit verschiedenen Schwerpunkten.
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