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Die Region gilt als eines der artenreichsten Gebiete Mexikos und zugleich als eines der wichtigsten Kaffeeanbaugebiete. Doch intensive Bewirtschaftung, hoher Pestizideinsatz und die Auswirkungen des Klimawandels setzen der Natur und den Erträgen zunehmend zu.

12. Mai 2026 | Lea Dokter

Kaffee befindet sich in einer Klimakrise. Der Umstieg von traditionellen Schattenplantagen auf sonnenintensive Systeme führt zu Abholzung und damit zum Verlust von Lebensräumen. Wildbienen und andere Bestäuber leider unter dem Einsatz von Pestiziden und Habitatverlust. Das hat wiederum direkte Auswirkungen auf den Ertrag, der von natürlichen Bestäubern abhängt. Hinzu kommt: Durch den Klimawandel verlieren viele Anbaugebiete aufgrund steigender Temperaturen und unregelmäßiger Regenfälle ihre Eignung. Der Kaffeeanbau weicht in höher gelegene, oft ökologisch sensible Gebiete aus und verstärkt die bestehenden Probleme.

Zwischen Existenzgrundlage und Artenschutz: 3 Kaffeekooperativen zeigen neue Wege

Diese drei Kooperativen aus Chiapas produzieren Kaffee mit biodiversitätsfreundlichen Methoden und zeigen so: ein Wandel zu nachhaltiger Produktion und wirtschaftlichen Perspektiven ist möglich. Beim BioFinCas-Jahrestreffen traf das Projektteam einige der Menschen hinter dem Wandel. Durch nachhaltige Anbaumethoden engagieren sie sich aktiv für den Erhalt und die Förderung biologischer Vielfalt. Gleichzeitig sind sie selbst unmittelbar auf funktionierende Ökosysteme angewiesen, die ihre landwirtschaftliche Produktion sichern. Mit ihrem Engagement beweisen sie, dass ein Kaffeeanbau möglich ist, der Natur und Einkommen gleichermaßen stärkt.

1. Von Rinderfarm zu biodiversitätsfreundlichen Kaffeeanbau

María Esther Saut Niño, Mitbegründerin der Kooperative Cofincaf, kam schon früh mit Themen wie Umweltschutz und Ressourcenschonung in Berührung. Diese Werte bestimmen ihr Handeln bis heute.

Das Umdenken wurde auch durch die Kaffeekrise in Chiapas 2013/14 ausgelöst: Schädlingsbefall zerstörte rund 95 Prozent der Anbauflächen und machte deutlich, wie anfällig konventionelle Systeme sind. Die Gründung von Cofincaf und der Einstieg in nachhaltige Produktionsweisen entsprachen daher nicht nur Marías Überzeugung, sondern waren auch eine notwendige Antwort auf diese Krise.

Besonders eindrücklich zeigt sich der Wandel auf ihrer eigenen Farm: Wo vor zehn Jahren noch Rinder weideten, wächst heute ein biodiversitätsförderndes Agroforstsystem mit Mischkulturen und einheimischen Bäumen.

2. Umweltschutz: Was hinterlassen wir kommenden Generationen?

Für Silvar Velasco, Koordinator der Kaffeeproduzenten der Organisation „Productores de Café Oro“, steht neben Umweltschutz die Frage im Mittelpunkt: Welche Zukunft schaffen wir mit unserem Handeln heute?

Im Biosphärenreservat El Triunfo in Chiapas setzt seine Kooperative auf einen verantwortungsvollen Kaffeeanbau, der ökologische und wirtschaftliche Ziele verbindet. Auf den Farmen entstehen alternative Produktionssysteme, die Böden und Wasser schützen, die biologische Vielfalt fördern und so auch die Qualität des Kaffees langfristig sichern.

Gleichzeitig spielt die aktive Beteiligung der Landwirt*innen auf den Parzellen und Farmen im Bundesreservat eine entscheidende Rolle. Gemeinsam entwickeln sie ihre Anbaumethoden weiter und arbeiten an fairen Vermarktungsstrukturen. Besonders wichtig ist dabei die Einbindung junger Menschen, damit Wissen weitergegeben und Perspektiven vor Ort geschaffen werden.

Denn letztlich geht es um mehr als Kaffee: Es geht darum, was wir kommenden Generationen hinterlassen.
 

3. Ein Versprechen für Wald und Kaffee

Pablo Roblero von der Organisation Sheva, was so viel bedeutet wie „Versprechen“, stellt den Schutz des Tropenwaldes in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Für ihn ist klar: Nachhaltiger Kaffee beginnt im Ökosystem. Deshalb setzt seine Organisation auf konsequenten Waldschutz, die Bewahrung endemischer Arten und auf Wiederaufforstung dort, wo Eingriffe Spuren hinterlassen haben. Der Verzicht auf chemische Mittel, der Schutz von Wasserressourcen und gezielte Naturschutzmaßnahmen sorgen dafür, dass Kaffeeproduktion und Artenvielfalt im Gleichgewicht bleiben.

Er richtet seine Botschaft auch an die Konsument*innen: Kaffee ist mehr als ein Alltagsgetränk. Jede Tasse kann dazu beitragen, Wälder zu erhalten, Lebensräume zu schützen und die Lebensbedingungen der Produzentinnen zu verbessern. Wer sich für nachhaltigen Kaffee entscheidet, wählt nicht nur Qualität, sondern übernimmt auch Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Im Rahmen des Projekts BioFinCas unterstützt OroVerde die Menschen und Kooperativen bei der Umstellung auf biodiveritätsfreundliche Anbaupraktiken.

Jetzt das Projekt BIOFINCAS fördern

Mit Ihrer Spende leisten Sie einen entscheidenden Beitrag zur Umstellung auf eine nachhaltige, faire und artenreiche Landwirtschaft zum Schutz des Regenwalds, der Artenvielfalt und des Klimas. Vielen Dank!

Biodiversität und Landwirtschaft - Wie hängt das zusammen?

Der Verlust der biologischen Vielfalt beeinträchtigt landwirtschaftliche Systeme und die Ernährungssicherheit. Denn zwischen Ökosystemdienstleistungen und landwirtschaftlicher Produktion bestehen wichtige Wechselbeziehungen. Alle Veränderungen der biologischen Vielfalt, ob Erhalt, Schwankungen oder Verluste, wirken sich auf die Ernteerträge und somit auf die Ernährungssicherheit aus.

Besonders deutlich zeigt sich das bei der Bestäubung. Viele Pflanzen können sich nur fortpflanzen, wenn sie von Insekten oder Vögeln bestäubt werden – das gilt auch für zahlreiche Nutzpflanzen. Doch durch die Umwandlung von Flächen und das Spritzen von Pestiziden sterben immer mehr Individuen und ganze Arten aus.

Ein Totalverlust an natürlichen Bestäubern würde zu Ernteeinbrüchen von etwa 90 Prozent führen. Dadurch wäre nicht mehr garantiert, dass wir genug Nahrungsmittel haben, um zu überleben.
 

BioFinCas: Gemeinsam für biodiversitätsfreundlichen Anbau

Das Jahrestreffen in Chiapas zeigt, worum es im Projekt geht: Landwirtschaft, Biodiversität und Klimaschutz zusammenzudenken und praktisch zu verbinden. Im Fokus stand dabei der Kaffeesektor der Region sowie die zentrale Frage, wie sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Anforderungen in Einklang bringen lassen. Die persönlichen Jahrestreffen spielen in der Projektarbeit eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen es, Fortschritte zu reflektieren, nächste Schritte zu planen und die Zusammenarbeit zwischen lokalen und internationalen Partnern zu stärken.

Im Projekt BioFinCas arbeiten zehn internationale Organisationen unter der Leitung von OroVerde zusammen, um den Anbau von Kaffee, Kakao und Bananen in Mexiko, Guatemala und der Dominikanischen Republik biodiversitätsfreundlich zu gestalten. Ihr gemeinsames Ziel: Produktionssysteme fördern, die biologische Vielfalt erhalten und gleichzeitig die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort sichern. Denn der Verlust der Biodiversität bedroht nicht nur die Ökosysteme und die langfristige Ernährungssicherheit, sondern wirkt sich auch direkt auf die Erträge und somit auf die Existenzgrundlage der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus.
Die im Projekt beteiligten Produzent*innen zeigen bereits, wie der Wandel gelingen kann. Ihre Ansätze verbinden den Schutz der biologischen Vielfalt mit wirtschaftlichen Perspektiven. Nachhaltiger Kaffeeanbau ist kein Zukunftsszenario, sondern bereits Realität!

Die Eindrücke aus Chiapas unterstreichen auch: Der Erhalt der Biodiversität ist entscheidend, für die Zukunft kleinbäuerlicher Familien ebenso wie für unseren täglichen Kaffee. Mit diesen Erkenntnissen geht BioFinCas in die nächste Projektphase.
 

Biofincas - Klimaresilienz im Regenwald

Mit BIOFINCAS unterstützen wir kleinbäuerliche Kooperativen für Kaffee, Kakao und Bananen in den Hauptanbaugebieten in Mexiko, Guatemala und der Dominikanischen Republik. Erfahren Sie hier mehr über das Projekt.

Förderer Projekt BIOFINCAS

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) fördert die Initiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

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Lea Dokter
Öffentlichkeitsarbeit für internationale Projekte
+49 228 24290-39
ldokter[at]oroverde[dot]de

Fotonachweise: ©OroVerde - L. Dokter (alle Bilder)

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