Unser Wiederbewaldungsprojekt im Nationalpark Sierra de Lacandón in Guatemala geht inzwischen in sein viertes Jahr. Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation Defensores de la Naturaleza setzen wir hier ein Pilotvorhaben um, das neue Wege in der Wiederherstellung von Regenwaldflächen erprobt.
Die wichtigsten News auf einen Blick:
Verbleibender Finanzbedarf:
Für das Jahr 2026 benötigen wir für das Projekt noch Spendeneinnahmen in Höhe von 38.800 Euro.
Vielfältige Ansätze für nachhaltige Wiederbewaldung
Im Zentrum des Projekts steht die Frage, welche Maßnahmen langfristig am wirkungsvollsten sind – sowohl für den Schutz des Regenwaldes als auch für die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung. Dazu testen wir unterschiedliche, standortangepasste Methoden wie Anreicherungspflanzungen und Trupp-Pflanzungen. Eine Kombination aus gezielten Eingriffen und natürlicher Regeneration ist dabei besonders vielversprechend. Gleichzeitig gewinnt das Thema Aufforstung auch über das Projekt hinaus an Bedeutung. Erfolgreiche Ansätze werden bereits jetzt aktiv weitergegeben und stoßen auf wachsendes Interesse in der Region.
Lokale Strukturen stärken: Jugend und Baumschulen
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die enge Einbindung der Menschen vor Ort. Unsere Partnerorganisation Defensores de Naturaleza betreibt eigene Baumschulen, in denen auch die Mitglieder eines Jugendnetzwerks mitarbeiten.
Neben einem kleinen Einkommen erwerben sie hier wertvolles Wissen über die Aufzucht und Pflege verschiedener Baumarten und darüber, welche Methoden sich in der Praxis bewähren.
Das Interesse der Jugendlichen geht aber noch weiter: Perspektivisch möchten sie Aufgaben im Monitoring übernehmen, etwa durch den Einsatz von Kamerafallen zur Beobachtung der Tierwelt. Damit leisten sie nicht nur einen Beitrag zu Projekterfolg, sondern entwickeln auch langfristige Perspektiven im Naturschutz.
Wiederbewaldung auf Gemeindeflächen
In einem an die Kernzone angrenzenden Gebiet wurden zunächst rund 20.000 Bäume auf 50 Hektar gepflanzt. Brände und illegaler Holzeinschlag hatten den Wald stark beschädigt.
Die als Kooperativen organisierten Gemeinden verwalten ihre Flächen gemeinschaftlich und haben klare Regeln: Ein großer Teil des Landes bleibt dauerhaft Wald, während andere Flächen genutzt werden können. Gepflanzt werden vor allem heimische Wertbaumarten, mit dem Ziel, die Flächen dauerhaft als Wald zu erhalten.
Die Pflege der jungen Bäume erfolgt häufig ehrenamtlich oder gegen geringe Vergütung. Eine Herausforderung bleibt die Pflege der Jungbäume: Auf abgelegenen Flächen ist der Aufwand hoch. Die Jungpflanzen müssen von Unkraut und Gestrüpp freigehalten werden, damit diese nicht zuwuchern und „erstickt“ werden. Gleichzeitig sichern Brandschutzschneisen und lokale Brigaden die Flächen.

In unserer Arbeit ist es uns wichtig, genau zu überprüfen, welche Maßnahmen langfristig am wirkungsvollsten für den Schutz des Regenwaldes und für die Gemeinden sind. Dabei wollen wir nur so viel eingreifen, dass die natürliche Regeneration des Waldes wieder möglich wird. So kann sich der Wald langfristig wieder selbst stabilisieren.
Wiederbewaldung auf privaten Flächen
Private Grundstücke spielen eine zentrale Rolle als Pilot- und Demonstrationsflächen. Sie umfassen derzeit 13,5 Hektar und zeigen, wie Wiederbewaldung und nachhaltige Nutzung erfolgreich kombiniert werden können. Die Eigentümer übernehmen langfristig die Pflege der Bäume, und den Brandschutz.
Ein Beispiel ist Doña Odilia aus La Lucha. Die Lehrerin engagiert sich stark für Umweltbildung und versteht ihre Arbeit auch als Vorbild für ihre Gemeinde.
Der Anbau von Mais und Bohnen hatte ihre Böden stark beansprucht, auf den degradierten Flächen wuchsen zuletzt vor allem Farne und Sträucher. 2025 wurden mehr als 3 Hektar neu bepflanzt, um langfristig wieder Wald zu etablieren.
Sie ist überzeugt: der Wald schützt Böden und Gewässer – insbesondere ein angrenzender Bach profitiert von Beschattung und Uferbewuchs, die Verdunstung reduzieren.
Gleichzeitig sieht sie in der Pflanzung heimischer Wertbaumarten eine Investition in die Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder. Ergänzt wird dies durch Bienenzucht, die auf eine vielfältige Vegetation angewiesen ist. Die Pflege erfolgt gemeinschaftlich innerhalb der Familie.
Auch Don Rigoberto zeigt eindrücklich, wie sich Perspektiven verändern können. Seine Flächen waren durch Rodungen für Weideflächen und den Einsatz von Feuer stark geschädigt worden. Heute setzt er sich aktiv für den Waldschutz ein. Degradierte Flächen werden gezielt wiederaufgeforstet, um die natürliche Regeneration zu beschleunigen. Unterstützt durch Setzlinge und Beratung durch die Defensores konnte er an einem staatlichen Förderprogramm teilnehmen, deren Aufforstungsvorgaben an regelmäßige Kontrollen gebunden ist.
Der Erfolg ist sichtbar: Seine Waldflächen haben sich deutlich erholt und dienen als wichtiger Lebensraum und Verbindungskorridor für Tiere. Tapire, Fledermäuse und sogar Jaguare nutzen den Wald wieder – ein Zeichen für funktionierende Ökosysteme. Gleichzeitig bleibt Feuer die größte Bedrohung, weshalb Brandschutzmaßnahmen eine zentrale Rolle spielen.
Herausforderungen und Ausblick
Guatemala verfügt über vergleichsweise fortschrittliche Umweltgesetze. In der Praxis bleibt der Zugang zu Förderprogrammen jedoch für viele Menschen schwierig – etwa aufgrund bürokratischer Hürden oder mangelnder Alphabetisierung.
Umso wichtiger ist es, lokale Strukturen weiter zu stärken und Wissen zugänglich zu machen. Ziel des Projekts ist es, die begonnenen Maßnahmen zunehmend in lokale Verantwortung zu überführen.
Private Flächen spielen dabei eine zentrale Rolle: Als Demonstrationsflächen zeigen sie, wie nachhaltige Wiederbewaldung gelingen kann – ökologisch wie wirtschaftlich. Gleichzeitig wird deutlich: Gezielte Pflanzungen standortangepasster Arten und der Schutz vor Feuer sind entscheidend, um die natürliche Regeneration wirksam zu unterstützen.
So entsteht Schritt für Schritt neuer Wald in der Sierra de Lacandón, der getragen wird von den lokalen Gemeinschaften und gemeinsame Perspektiven für Mensch und Natur schafft.
Fragen & Antworten zu Ihrer Spende
Damit aus jungen Setzlingen ein gesunder Wald entstehen kann, brauchen die neu gepflanzten Bäume in den ersten Jahren besondere Pflege. Schnell wachsende Gräser und andere Pflanzen können die kleinen Bäumchen überwuchern und ihnen Licht, Wasser und Nährstoffe nehmen.
Auch während der Trocken- und Brandzeiten ist Schutz besonders wichtig. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung werden die Flächen überwacht und gepflegt – zum Beispiel durch das Anlegen von Brandschneisen. So können Brände früh eingedämmt und größere Waldschäden verhindert werden.
Vor Ort arbeitet OroVerde mit der Organisation Fundación Defensores de la Naturaleza (FDN).
Fundación Defensores de la Naturaleza (FDN) ist eine private Stiftung für nachhaltige Entwicklung und Naturschutz in Guatemala. Sie ist spezialisiert auf die Erarbeitung von Waldbewirtschaftungs- und Schutzplänen, sowie die Beratung und Unterstützung der lokalen Bevölkerung in der Aufforstung und Forstwirtschaft.
OroVerde verwendet Spenden transparent, sparsam und zweckgerichtet. Ihr Beitrag für das Projekt in Honduras wirkt sicher und direkt vor Ort.
Als eine der ersten Umweltorganisationen deutschlandweit trägt OroVerde das DZI-Spendensiegel. Die jährliche Prüfung und Auszeichnung durch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bestätigen, dass Spenden bei OroVerde sicher sind und effektiv für den Schutz der Regenwälder eingesetzt werden. Mehr zur Verwendung sowie unseren jährlichen Finanzbericht finden Sie unter: So verwenden wir Ihre Spende.
Ja! OroVerde ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Gerne stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus, die wir in der Regel am Jahresanfang verschicken - gerne auch per E-Mail!
Baum für Baum den Nationalpark aufforsten – Ihre Spende wirkt:
Noch Fragen zum Projekt? Ihre Ansprechpartnerin

Birgit Abel
Tel: +49 228 24290-63
babel[at]oroverde[dot]de
Fotonachweis: ©OroVerde - K. Osen (Titelbild Wald, Baumschule, Brandschneise, Doña Odilia, Baum für Baum)
Zuletzt aktualisiert: 13.05.2026
