Kakaoernte in einem Agroforst in Guatemala. ©OroVerde/ Anna Hömberg

Agroforst-Systeme

Ein Zukunftsmodell für ganze Regionen?!

Der Regenwald wächst üppig und bringt eine einzigartige Tier- und Pflanzenvielfalt hervor! Das Erfolgsrezept liegt im perfekten Nährstoffkreislauf und im vielschichtigen Aufbau des Regenwaldes. In unseren Projekten in Lateinamerika und Indonesien machen wir von OroVerde uns seine genialen Tricks zunutze: Mit artenreichen Agroforstsystemen durchbrechen wir den Teufelskreis aus Brandrodung, extremen Wetterereignissen und verlustreichen Ernten – und bewahren so wertvollen Regenwald.

Das Problem: Den Teufelskreis der Regenwaldvernichtung durchbrechen

Industrielle Landwirtschaft und Kleinbauern stehen bei Monokulturen vor der gleichen Herausforderung: Die Felder liefern schon nach wenigen Jahren kaum noch Ertrag, weil die Pflanzen schutzlos Extremwetter ausgesetzt sind. Für neue Felder muss Regenwald gerodet werden – ein Teufelkreis mit fatalen Auswirkungen für Wald und Weltklima.

Die Lösung: Gemeinsam mit den Bauern vor Ort legt OroVerde „Waldgärten“ nach dem Vorbild des Regenwaldes an. Diese sogenannten biodiversen, also artenreichen, Agroforstsysteme sind besonders widerstandsfähig und liefern über Jahrzehnte verlässlich Ernte und Einkommen für die Familien. Die Bauern werden mit nachhaltigen Landwirtschaft zu Regenwaldschützern und Regenwald-Unternehmern in ihrer Heimat.

Wussten Sie ...?

Die Humusschicht in den Tropen ist – anders als bei uns – oft nur wenige Millimeter dick! Monokulturen wie etwa Mais, Palmöl oder Soja laugen den Boden bereits nach 2 bis 3 Jahren aus. Die flachen Wurzeln der Pflanzen halten zudem den Boden kaum fest. Bei Dürre und Starkregen, die aktuell immer häufiger auftreten, hat dies fatale Folgen: Der Boden wird fortgespült; die Nährstoffe werden ausgewaschen.

Was ist ein Agroforstsystem?

Ein Agroforstsystem ist eine landwirtschaftliche Fläche, auf der Bäume und Sträucher mit Ackerkulturen wie Mais, Bohnen oder auch Ananas kombiniert werden.

Agroforstsysteme orientieren sich am Stockwerkbau und der Vielfalt des ursprünglichen tropischen Regenwaldes. Das macht sie besonders beständig. Unter großen Schattenbäumen werden unterschiedliche Nutzpflanzen angebaut. Anders als eine Monokultur speichern Agroforstsysteme wie der Wald das Regenwasser und bringen den Nährstoffkreislauf wieder in Schwung. Zudem speichern die Bäume im Agroforst größere Mengen Kohlenstoffdioxid (CO2). Die Anbaumethode ist widerstandsfähiger gegen Krankkeiten, weil hier viele verschiedene Pflanzen gemeinsam angebaut werden. Wird eine Nutzpflanze krank, gibt es noch viele andere Arten, von denen geerntet werden kann.

Je biodiverser, also abwechslungsreicher, die Fläche bepflanzt beziehungsweise aufgeforstet und gestaltet ist, desto stärker ähnelt das Agroforstsystem einem artenreichen Wald. Immer wieder berichten unsere Partner vor Ort, dass mit den Agroforstwirtschaft auch die Artenvielfalt der Regenwälder wieder Einzug in den landwirtschaftlich genutzten Flächen hält. Sogar der Jaguar, der auf sehr große Reviere angewiesen ist, wird immer wieder gesichtet! 

Agroforst als Zukunftskonzept!

Gesunde und ertragreiche Böden erhalten, Wasser speichern und auch in Dürrezeiten besser verfügbar machen, Kohlenstoff binden, um den Klimawandel zu bremsen sowie die biologische Vielfalt stärken – die Landwirtschaft der Zukunft steht vor vielen Herausforderungen. Was macht das Konzept "Agroforst" so erfolgreich?

  • Der Boden wird besser vor Erosion geschützt und Wasser besser gespeichert. Schnell wachsende Bäume spenden den anderen Nutzpflanzen zudem Schatten. Das hat zur Folge, dass Dürre oder Überschwemmungen so weniger gefährlich sind . 
  • Jeder gepflanzte Baum ist gut für den Klimaschutz, da er CO2 bindet. Und auch intakte Böden zählen zu den wichtigsten CO2-Speichern. Waldböden gelten sogar als "CO2-Senker".
  • Die biologische Vielfalt wird erhöht. Der Waldgarten bietet Insekten, Reptilien, Vögeln und kleinen Säugetieren einen Lebensraum und stärkt so die Artenvielfalt der Region. Auch Jaguare, Ozelots und andere Arten kehren zurück. 
  • Eine vielfältige Ernte über Jahre verbessert den Speiseplan der lokalen Bevölkerung. Hunger und Mangelernährung nehmen ab. Was die Bauern nicht für den Eigenbedarf brauchen, verkaufen sie. Es muss kein Regenwald für neue Felder gerodet werden. Der Wald ist Bestandteil der Landwirtschaft. 
  • Wachsen viele verschiedene Arten nebeneinander, können sich Krankheiten nicht so schnell ausbreiten. Befällt ein Schädling eine Sorte, kann immer noch reichlich von allem Anderen geerntet werden. So werden Ernteausfälle besser abgepuffert.

Agroforstsysteme - Ihre Spende ermöglicht den Start!

Agroforstsysteme entstehen nicht von selbst. Im Gegenteil: Hier ist Ihre Spende gefragt!  Denn in den Randzonen der Regenwaldschutzgebiete, in denen wir von OroVerde arbeiten, leben überwiegend sehr arme Menschen. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort und der lokalen Bevölkerung 

  • betreiben wir Baumschulen, in denen die Setzlinge für Aufforstung aufgezogen und gepflegt werden,
  • führen wir Bildungsveranstaltungen durch und beraten bei der Anlage von Agroforstsystemen,
  • unterstützen wir dabei, dass auf Vielfalt bei der Artenzusammensetzung geachtet wird, 
  • veranstalten wir Workshops zur Weiterverarbeitung und Vermarktung der Produkte, die in einem Agroforstsystem wachsen können.

Zudem machen wir das Erfolgskonzept Agroforst auf regionaler und nationaler Ebene bekannt, um es langfristig in das Management von Schutzgebieten zu integrieren. Denn Agroforstsysteme in Randzonen von Regenwaldgebieten helfen, diese zu bewahren, indem sie den Nutzungsdruck reduzieren. So greifen Regenwaldschutz, Artenschutz, Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit im Agroforstsystem perfekt ineinander! Agroforstwirtschaft ist sozusagen eine grüne Revolution.

 

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  • Mehr Einblick in die Oroverde-Regenwaldschutzprojekte erhalten Sie hier. OroVerde ist es besonders wichtig, mit der Bevölkerung vor Ort zusammenzuarbeiten. Denn wir denken, dass Regenwaldschutz nur nachhaltig gelingen kann, wenn wir zugleich daran arbeiten, ein gutes Auskommen für die betroffenen Menschen zu schaffen. Dass das gelingen kann, freut uns an unseren Projekten immer wieder!
  • Sie wollen mit Ihrer Spende Bäume pflanzen? Schauen Sie unter "Baum für Baum"
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