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2025 war geprägt von Veränderungen und politischen Turbulenzen auf internationaler und nationaler Ebene. Angefangen mit einem Regierungswechsel in Deutschland und Finanzkürzungen für die deutsch-internationale Entwicklungszusammenarbeit, gefolgt von der kompletten Streichung der United States Agency for International Development (USAID) bis hin zu einer weiteren Abschwächung des europäischen Lieferkettengesetzes: Das vergangene Jahr machte den Natur-, Menschen- und Tropenwaldschutz weltweit komplizierter und mühseliger. Doch gerade deshalb ist es wichtig, nicht locker zu lassen. 

 

28. Dezember 2025 | Evke Bakker 

Neue Erfolge aus der internationalen Projektarbeit

Pünktlich zu Jahresende geht das Ökotourismus-Projekt in Suriname in seine letzten Züge. Das Projekt setzte sich zum Ziel, mit nachhaltigem Tourismus eine neue Einkommensmöglichkeit für die Gemeinde zu schaffen und die lokalen Ökosysteme vor Rodungen und Bergbau zu schützen. Zusammen mit der Gemeinde wurden Pläne zur Entwicklung des Ökotourismus und zur Verteilung der Gewinne entworfen und kürzlich fertiggestellt. Zwar gab es durch Hochwasser und Lieferprobleme von Baumaterial einige Verzögerungen, doch der Bau des Tourismuscamps ist nun in vollem Gange. 

Auch aus unserem elan!-Projekt gibt es Neues: OroVerde unterzeichnete im Laufe des Jahres sechs veröffentlichte Briefe an politische Verantwortliche und forderte eine konsequente Umsetzung der EUDR. Eine Kooperationsveranstaltung mit dem GNF und der Universität Freiburg, die im November in Bonn stattfand, war trotz der letztendlichen Verschiebung des Lieferkettengesetzes ein voller Erfolg. Circa 100 Teilnehmende aus Zivilgesellschaft, Industrie, Politik und Wissenschaft waren vor Ort. Im November fand außerdem ein Relaunch des elan!-Portals statt, mit brandneuem Design, einer angepassten Darstellung und aktuellen Inhalten.

Neue Meilensteine wurden auch im Projekt KlimaWald erreicht, das sich auf den Schutz karibischer Ökosysteme fokussiert. Für 14 verschiedene Gemeinden wurden dieses Jahr partizipative Pläne für ökosystembasierte Anpassungen fertiggestellt. 

Das Projekt Schutz der Waldschützenden ging 2025 in sein zweites Jahr. Das Projekt setzt sich zum Ziel, die Sicherheit von Naturschützenden in Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Panama und Costa Rica zu verbessern. Denn Menschen, die sich in Mittelamerika für die Umwelt einsetzen, leben gefährlich. Ihre Arbeit durchkreuzt häufig die Pläne von mächtigen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und kriminellen Netzwerken. 126 Menschen konnten bis Ende Oktober durch das Schutzprogramm begleitet werden, davon 111 direkt und 15 indirekt Betroffene, zusammengefasst in rund 30 Fällen. Das Projekt unterstützt Betroffene durch lokale Netzwerke und einen Notfallfonds mit medizinischer, juristischer, finanzieller und psycho-sozialer Betreuung. 

Zwischen Bonn, Berlin und Belém: OroVerdes politische Arbeit 2025

Ein besonderes Event in unserer politischen Arbeit 2025 war die Mitorganisation des Regenwalddinners im Botanischen Garten Berlin. Im Oktober versammelten sich dort führende Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, darunter auch die ehemalige Umweltministerin Steffi Lemke. OroVerde-Vorständin Martina Schaub eröffnete den Abend mit einer Rede. Über den Abend hinweg wurde diskutiert, wie Deutschland die Bemühungen zum Schutz der weltweiten Tropenwälder vorantreiben kann. Ein wichtiger Punkt auf der Agenda war das Potential sowie die Herausforderungen der Tropical Forest Forever Facility (TFFF). 

Die TFFF war auch während OroVerdes Aufenthalt auf der COP30 in Belém ein wichtiger Themenpunkt. Martina Schaub reiste gemeinsam mit zwei Vertretern aus dem Internationalen Team nach Brasilien, um mehrere Side Events zu den Themen Waldfinanzierung und Agrarlieferketten mitzugestalten. Obwohl die offiziellen Verhandlungen der Weltklimakonferenz Raum für Verbesserung lassen, was Sofortmaßnahmen für den Tropenwaldschutz betrifft, war die COP30 ein wichtiger Moment für zivilgesellschaftliche Organisationen wie OroVerde. Denn das erste Mal seit Jahren war es für die Zivilgesellschaft möglich, sich durch lautstarke Demonstrationen, kreative Proteste und selbstorganisierte Konferenzen auf der COP Gehör zu verschaffen und den Druck auf die Entscheidungstragenden zu erhöhen.

Endlich live: Die digitale Lernwelt für Kinder

Ende Januar 2025 ging OroVerdes digitale Lernwelt nach einem Jahr Vorbereitung endlich live. Inzwischen haben wir 140 Seiten, die auf junge Leser*innen zugeschnitten sind und sie für Regenwald- und Umweltschutz begeistern. Stand Dezember haben wir etwa 150.000 Seitenaufrufe erreicht - ein super Start! Die Auszeichnung und Listung unserer Seite von der Kindersuchmaschine FragFinn war ein weiterer Erfolg für unser Team Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Im Dezember erhielten wir außerdem das Seitenstark-Gütesiegel. Diese Auszeichnung bestätigt, dass die Lernwelt zu den besten und sichersten Bildungsangeboten im deutschsprachigen Internet für Kinder zählt. Eine große Ehre für OroVerde! 

Im Bildungsprojekt „Umdenken & Anpacken” gelang es außerdem, mit Berufsschulen und Azubis eine neue Zielgruppe zu erschließen. Im Rahmen des Projekts entstanden in den letzten 12 Monaten mehr als zehn neue Wissensseiten rund ums Thema gesellschaftliche Transformation. Aktuell entsteht aus diesen Inhalten eine Wanderausstellung, zu der es auch Unterrichtsmaterialien und Schulprojekte geben wird. 

Erfolge aus dem Fundraising 2025

Auch in diesem Jahr wurde OroVerde wieder von vielen großartigen Menschen unterstützt. Neben zahlreichen Spenden machten es auch besondere Spendenaktionen möglich, dass wir unsere Projektarbeit weiter vorantreiben. So erhielten wir zum Beispiel im Herbst außergewöhnliche Unterstützung vom Comiczeichner und Illustrator Bernd Kissel, der für die Illustrationen der Känguru-Comics von Marc-Uwe Kling bekannt ist. Im Rahmen einer Zeichenchallenge erhielten wir 31 Tuschezeichnungen, mit denen wir durch eine exklusive Versteigerung 12.659,05 Euro für den Tropenschutz einnahmen. 

Besonders motivierend für das Fundraising-Team außerdem der direkte Austausch mit unseren Unterstützer*innen. In einer Spendenumfrage teilten viele von ihnen ihre Gedanken, Wünsche und Erwartungen mit OroVerde. Die Ergebnisse der Umfrage bestärkt uns darin, weiterhin nachverfolgbar und transparent zu arbeiten und unsere Wirkung noch sichtbarer zu machen. 

Besonders gefreut hat uns, dass wir mehrere Erbschaften und Vermächtnisse von einigen Unterstützer*innen erhalten haben, die uns in ihrem Testament bedacht hatten. Dieses besondere Zeichen des Vertrauens ist für uns im vergangenen und auch im nächsten Jahr ein Ansporn gewesen, den Tropenwaldschutz durch unsere Arbeit weiter voranzutreiben. 

Highlights aus dem Team Öffentlichkeitsarbeit

Das Team Öffentlichkeitsarbeit hat sich auch dieses Jahr wieder eine Sticker-Kampagne einfallen lassen: Sechs bunte, kindgerechte Designs wurden an verschiedenen öffentlichen Orten in Bonn ausgelegt, und fanden sich schnell auf Laternen und an Bücherschränken in der ganzen Stadt wieder.  

Im letzten Quartal richteten wir außerdem unseren Fokus auf das Projekt Schutz der Waldschützenden, in dessen Rahmen wir gemeinsam mit Partnerorganisationen umfassende Schutz-, Notfall- und Unterstützungsmaßnahmen in mehreren mittelamerikanischen Ländern umsetzen.

Nicht nur in der Presse schaffte sich OroVerde dieses Jahr Gehör: Zwei Gastbeiträge wurden in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht; einer zum Aufschub der EUDR und zur TFFF. Ein weiterer kleiner Erfolg war unsere Erwähnung durch das Frankfurter Handelsblatt zu demselben Thema. Anfang Mai sprach Vorständin Martina Schaub im Hessischen Rundfunk zur Entwaldung im brasilianischen Amazonas. Ein weiterer Presseerfolg war das Erscheinen eines Interviews mit unserem Mitarbeiter Jonas Baumann im Süddeutsche Zeitung Magazin unter der Frage, ob für Tofu Regenwald gefällt wird. 

Wie geht es weiter? Ausblick auf 2026

Auch in dem kommenden Jahr werden dem Tropen- und Naturschutz aller Wahrscheinlichkeit nach immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Ein wiederholtes Versagen von Staatsoberhäuptern weltweit, die Dringlichkeit von Klima- und Naturschutzmaßnahmen ernst zu nehmen sowie eine erneute Verschiebung des europäischen Lieferkettengesetzes sind zwei glasklare Zeichen dafür. Doch trotz aller Turbulenzen ist OroVerde fest entschlossen, sich auch 2026 in ihrer Arbeit nicht ausbremsen zu lassen. 

OroVerde sagt Danke!

Von ganzem Herzen bedanken wir uns bei allen Menschen, die uns durch das vergangene Jahr unterstützt haben, ob durch Spenden, Freiwilligenarbeit oder Support auf den sozialen Medien. Unser Team wünscht schöne Feiertage und alles Gute für das kommende Jahr! 

Setzen Sie Ihre Expedition fort
Schutzprojekte vor Ort

OroVerde setzt Regenwald-Schutzprojekte mit einheimischen Partnern in elf Ländern um – mit verschiedenen Schwerpunkten.

So geht nachhaltiger Regenwaldschutz

6 Wege, wie Tropenwälder geschützt werden können.

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OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
+49 228 24290-0
info[at]oroverde[dot]de

Fotonachweis: WPS (Bootssteg Suriname), Lüder Lindau/RFN (Regenwalddinner), Bernd Kissel (Zeichnung vom Känguru), OroVerde (bunte Tiersticker). 

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