Laptop, Handy, Heizung, Auto, KI: Unser Alltag ist geprägt von Energie. Wie schaffen wir es, sie nachhaltig zu erzeugen?
Die Energiewende hat bereits volle Fahrt aufgenommen und wird weltweit angegangen. Wer heute auf erneuerbare Energien setzt, schützt das Klima und stärkt gleichzeitig Wirtschaft und Versorgungssicherheit.
Wandel, der begeistert:
Die Energiewende: erneuerbare Energien als unendliche Quelle
Sonne und Wind stehen uns jeden Tag zur Verfügung – kostenlos und unendlich. Warum diese also nicht nutzen, anstatt an fossilen Energien wie Gas, Kohle, Benzin oder Öl festhalten, die auch noch irgendwann ausgehen?
Das Ziel der Energiewende ist es, ein klimaneutrales und nachhaltiges Energiesystem zu schaffen. Erneuerbare Energien, besonders Solarenergie, Windenergie und zunehmend auch Batteriespeicher, sind weltweite Erfolgsgeschichten. Vor wenigen Jahren noch waren sie eine Nischentechnologie und jetzt sind sie sogar wirtschaftlicher und wettbewerbsfähiger als fossile und nukleare Technologien. 2024 waren bereits 32 Prozent der weltweiten Energieversorgung erneuerbar!
Bis 2045 möchte Deutschland klimaneutral sein. Dafür ist ein vollständiger Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien notwendig.
Mehr als Licht und Strom
Zur Energiewende gehört nicht nur „grüner“ Strom. Auch in den Bereichen Wärme und Verkehr müssen wir die fossilen durch erneuerbare Energien ersetzen, um die CO₂-Emissionen gegen Null zu bringen. Weg von Öl und Gas – hin zu neuen Lösungen!
Denkanstoß
Sieh dir die CO2-Emissionen in deinem Umfeld an. Wie könnte man die Emissionen um 50 Prozent senken, ohne auf ein gutes Leben zu verzichten? Denke dabei in alle Richtungen:
- Woher kommt die Energie? Lassen sich durch andere Energiequellen Emissionen senken?
- Gibt es Einsparpotentiale in deinem Alltag? Wie und wo lassen sich kleine oder auch große Mengen einsparen?
Wuhuu!!! Das haben wir bereits geschafft!
Knapp 60 Prozent des Stroms in Deutschland wird aus erneuerbaren Energien hergestellt. Zwischen 1993 und 2024 hat sich der Anteil erneuerbarer Energien mehr als verzwölffacht!
Durch den Ausbau erneuerbarer Energien konnten 2024 rund 256 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.
Deutschland hat 2024 erstmals alle europäischen Grenzwerte zur Luftqualität eingehalten, weil weniger Schadstoffe ausgestoßen wurden. Dadurch ist das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesunken.
Der Ausbau erneuerbarer Energien hat die Energieversorgung krisenfester und unabhängiger von Importen und globalen Konflikten gemacht.
Die Energiewende wird von einer breiten Mehrheit der Gesellschaft unterstützt. Viele Menschen machen aktiv mit, zum Beispiel durch eigene Solaranlagen oder der Beteiligung an Windparks.
Noch viele Lösungen gesucht!
Die Energiewende hat ein Paradoxon: Wir brauchen saubere Energie, aber die Hardware dafür frisst bisher oft noch „dreckige“ Rohstoffe oder greift in Natur ein. Die gute Nachricht ist, dass viele Entwicklungen bereits Hoffnung machen.
Bisher dominiert Silizium den Markt. Das Problem: Die Herstellung ist extrem energieintensiv. Perowskite sind künstliche Kristalle, die wie Tinte auf Folien gedruckt werden können. Der Clou: Sie sind hauchdünn und brauchen nur einen Bruchteil des Materials von Silizium-Zellen. Die wahre Revolution sind Schichten aus Silizium und Perowskit. Sie erreichen Wirkungsgrade von über 30 Prozent (normal sind ca. 20 Prozent). Das bedeutet: Wir brauchen weniger Fläche für die gleiche Menge Strom. Perowskite nutzen dabei weit verbreitete Stoffe wie Jod oder eine kleinste Menge Blei, statt seltener Erden.
Lithium ist das „weiße Gold“ der E-Mobilität und Speicher, aber der Abbau zum Beispiel in Südamerika ist oft ökologisch problematisch. Zudem brauchen viele Akkus Kobalt, das unter kritischen Bedingungen im Kongo gefördert wird. Die Lösung: Natrium-Ionen-Batterien nutzen einfaches Kochsalz (Natrium) statt Lithium. Sie brauchen also weder Lithium noch Kobalt. Natrium gibt es überall auf der Welt – sogar im Meerwasser. Sie sind ideal als Hausspeicher oder für günstige E-Autos, da sie extrem sicher und langlebig sind.
Für die Netzstabilität brauchen wir riesige Speicher, die Energie über Tage vorhalten können. Eine neue Erfindung nutzt das Prinzip der Oxidation (Rosten). Die Batterie nutzt Eisen, Wasser und Luft. Beim Entladen „rostet“ das Eisen kontrolliert, beim Laden wird der Prozess umgekehrt. Der Impact: Eisen ist einer der am häufigsten vorkommenden Rohstoffe der Erde. Diese Speicher kosten nur ein Zehntel von Lithium-Systemen und sind nahezu unendlich recycelbar.
Oft wird kritisiert, dass Solarparks wertvolle Natur oder Ackerland zerstören. Die Lösung ist hier ein neues Systemdesign. Solarmodule werden hoch oben über den Feldern installiert. Darunter können Pflanzen wachsen, die mehr Schatten brauchen. Gleichzeitig schützen die Module die Ernte sogar vor Hagel oder extremer Hitze und es verdunstet weniger Wasser. Breit genug auseinandergestellt, können sogar Erntemaschinen zwischen den Reihen durchfahren. Auch Pferde, Schafe und Kühe grasen gerne unter schattenspendenden Solaranlagen. Gleichzeitig profitieren Landwirte von einer zusätzlichen Einkommensquelle, wodurch sie mehr geschützt sind vor finanziellen Ausfällen. So eine Doppelnutzung ist auch auf diversen bereits versiegelten Flächen denkbar: Autobahnen, Schienen, Fahrradwege.
Balsaholz stammt aus den tropischen Regenwäldern. Es ist ein absolutes Wunder der Natur, denn es ist das leichteste Holz der Welt, das gleichzeitig enorm druckfest ist. In den gigantischen Flügeln oft über 80 Meter langen Flügeln von Windkraftanlagen dient Balsaholz oft als „Stützstoff“ im Inneren. Es wird zwischen Schichten aus Glas- oder Carbonfasern geklebt. Denn bisher gab es kaum künstliche Stoffe, die dieses Verhältnis von Gewicht zu Stabilität so effizient hinkriegen.
Das fette ABER: Vor allem der Boom der Windkraft in China hat zu einer explodierenden Nachfrage geführt. Weil die Preise für Balsa massiv gestiegen sind, kam es zu illegalem Holzeinschlag. Anstatt nur von Plantagen zu ernten, drangen Holzfäller tief in den Regenwald des Amazonas vor:
Folgen für die Menschen: Indigene Gemeinschaften wurden oft überrumpelt oder mit wenig Geld abgespeist, während schwere Maschinen ihre Territorien zerstörten.
Folgen für die Natur: Wenn der Regenwald für schnelles Balsa-Geld gelichtet wird, verlieren Tier- und Pflanzenarten ihre Heimat. Das Paradoxon: Wir schützen das Klima mit Windrädern, zerstören aber gleichzeitig wichtige CO₂-Speicher wie den Regenwald.
Die derzeitige Lösung: Viele Hersteller ersetzen Balsaholz jetzt durch Kerne aus recyceltem Kunststoff, etwa aus alten PET-Flaschen. Das schont die Wälder und nutzt vorhandenen Müll. Zudem ist ein Lieferkettengesetz in der Diskussion, damit sichergestellt wird, dass das Holz nur von nachhaltigen Plantagen kommt und nicht illegal aus dem Urwald. Auch werden neue Harze entwickelt, die sich am Ende der Laufzeit des Windrads chemisch wieder auflösen lassen, damit man Holz und Fasern sauber trennen und besser recyceln kann.
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Denkanstoß
Welche weiteren Probleme müssen wir noch lösen, um unsere Energie klimaneutral, sozial gerecht und umweltschonend zu erzeugen?
Welche Berufsfelder sind hier besonders gefragt?
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Diese Seite entstand im Rahmen des BNE-Projekts „Umdenken & Anpacken - Transformation für eine lebenswerte Zukunft? Ja, bitte!“. Dieses Bildungsprojekt wird gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ.


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