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Das Pantanal ist das größte Feuchtgebiet der Welt und gehört zu den artenreichsten Ökosystemen unseres Planeten. Jährlich verwandeln starke Regenfälle die Landschaft in ein riesiges Überschwemmungsgebiet, das von enormer ökologischer Bedeutung und Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten ist. Gleichzeitig ist das Pantanal auch Heimat Indigener. Doch das einzigartige Feuchtgebiet kämpft ums Überleben. 

Was ist ein Feuchtgebiet?

Als Feuchtgebiete bezeichnet man Gebiete, in denen der Boden dauerhaft oder zu bestimmten Jahreszeiten mit Wasser bedeckt ist. Dazu zählen Feuchtwiesen, Moor- und Sumpfgebiete. 

Feuchtgebiete erfüllen wichtige Aufgaben für Mensch und Natur. Sie speichern große Mengen an Kohlenstoffdioxid und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Außerdem dienen sie als natürlicher Wasserspeicher und Hochwasserschutz, da sie große Wassermengen aufnehmen und langsam wieder abgeben können.

Der zweite Februar gilt als „Welttag der Feuchtgebiete“. Der internationale Aktionstag soll das öffentliche Bewusstsein für ihren Schutz stärken.  
 

Was ist das Pantanal?

Das Pantanal (portugiesisch „pântano“, deutsch „Sumpf“) ist das größte Binnenland-Feuchtgebiet der Erde und umfasst, je nach Saison, eine Fläche von 140.000 bis 210.000 Quadratkilometern. Damit ist es ungefähr halb so groß wie Deutschland. Das Pantanal erstreckt sich größtenteils über Brasilien, genauer gesagt in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul. Etwa ein Drittel der Fläche reicht zudem in die angrenzenden Länder Bolivien und Paraguay hinein.

Die spektakuläre Landschaft ist geprägt von Sümpfen, weiten Ebenen und üppigen Wäldern, die von einzelnen Flüssen durchzogen wird. Der Río Paraguay ist mit 2.695 Kilometern der längste von ihnen. Er und seine Nebenflüsse versorgen das Pantanal mit Wasser.
Das Pantanal hat eine vielfältige Flora und Fauna. Es ist Heimat für zahlreiche Tiere wie Jaguare, Kaimane, Wasserschweine, Riesenotter und Hyazinth-Aras.
Die Ausdehnung und Größe des Gebiets werden vom jährlichen Wechselzyklus zwischen Regen- und Trockenzeit bestimmt.  
 

Die Jahreszeiten im Pantanal

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1.
Die Regenzeit

Die Regenzeit im Pantanal dauert von November bis März. In dieser Zeit führen die starken Niederschläge dazu, dass die Flüsse über ihre Ufer treten und große Teile der Ebene überschwemmen. Etwa zwei Drittel des Pantanals stehen dann unter Wasser. Da das Pantanal durch eine flache Landschaft gekennzeichnet ist, fließt das Wasser nur langsam ab. Überschwemmungen halten sich deshalb über Monate hinweg.   

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2.

Ab April lässt der Regen allmählich nach und das Wasser zieht sich zurück. 

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3.
Die Trockenzeit

Während der Trockenzeit von Mai bis September fällt kein bis kaum noch Regen. Durch hohe Temperaturen verdunstet das Wasser. Flüsse und Seen sind wieder kleiner, die Landschaft kommt zum Vorschein. 

Dieser ständige Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit prägt das Pantanal als Ökosystem enorm. 

Indigene im Pantanal

Im Pantanal leben rund 40.000 Menschen von elf indigenen Gemeinschaften. Darunter die Terena, Guató, Bororo, Kadiwéu sowie die Guaranis Kaiowá und Guaranis Ñandeva. Seit Jahrhunderten sind sie eng mit dem einzigartigen Ökosystem des Pantanals verbunden. Die Natur sichert ihre Lebensgrundlage, während die Indigenen wesentlich zum Schutz dieser Landschaft beitragen. 

Doch auch die indigene Bevölkerung ist massiv von den Bedrohungen des Pantanals betroffen. Die brasilianische Agrarindustrie und eine indigenenfeindliche Politik verschärfen ihre Situation zunehmend. Unter der Regierung von Bolsonaro nahm diese Entwicklung weiter zu. Besonders dramatisch war das Jahr 2020. Dort zerstörten Waldbrände Teile aller indigenen Gemeinden im Pantanal. Am stärksten betroffen waren die Guató, die 90 Prozent ihres Landes durch die Flammen verloren.

Ökologische Bedeutung

Das Pantanal ist als größtes Feuchtgebiet von riesiger ökologischer Bedeutung. Es liefert wichtige Ökosystemdienstleistungen sowohl für die Menschen in der Region als auch für die globale Bevölkerung. Unter Ökosystemdienstleistungen versteht man die Beiträge der Natur, die zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen und zum menschlichen Wohlbefinden beitragen. Dazu zählen beispielsweise die Versorgung mit Nahrung sowie die Regulierung des Klimas sowie kulturelle Leistungen.  

Artenvielfalt

Im Pantanal leben rund 650 verschiedene Vogelarten, 240 Fischarten, sowie etwa 60 Amphibien- und 100 Reptilienarten. Außerdem 120 Säugetierarten und 1.700 Pflanzenarten. Das Gebiet ist also ein Hotspot der Artenvielfalt.

Der Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit zwingt die Tiere dazu, sich an die wechselnden Wasserstände anzupassen. Ein Beispiel dafür ist der Südliche Brillenkaiman oder Yacaré (Caiman yacare).
 

Wasserregulation

Das Pantanal ist ein natürlicher Wasserspeicher und wird deshalb oft mit einem riesigen „Schwamm“ verglichen. Während der Regenzeit nimmt es enorme Wassermengen auf und speichert sie in seinen Überschwemmungsflächen. Dadurch werden extreme Hochwasserereignisse in den umliegenden Regionen abgeschwächt.
Gleichzeitig beeinflusst die starke Verdunstung am Ende der Regenzeit das regionale Klima. Die verdunstete Feuchtigkeit kann durch Luftströmungen in andere Regionen transportiert werden und dort für Niederschläge sorgen. Das Pantanal beeinflusst also das lokale Klima, aber auch benachbarte Gebiete.
Das Pantanal ist außerdem eine wichtige Süßwasserquelle. Das Feuchtgebiet filtert das Wasser und trägt so zur Versorgung vieler Menschen mit sauberem Trinkwasser bei.  
 

Kohlenstoffspeicherung

Das Pantanal gilt als bedeutende „Kohlenstoffsenke“. Das sind Ökosysteme, die mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnehmen, als sie selbst ausstoßen. Damit spielt das Pantanal eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Dieser beschreibt den Austausch von Kohlenstoff zwischen den verschiedenen Sphären der Erde: der Atmosphäre (Luft), Lithosphäre (Gestein), Biosphäre (Lebewesen), Hydrosphäre (Wasser) und Kryosphäre (Eis).
Die zahlreichen Pflanzen im Pantanal nehmen im Laufe des Jahres große Mengen an CO₂ auf. Sterben sie ab, sinken sie in den nassen Boden. Da im stehenden Wasser nur wenig Sauerstoff vorhanden ist, werden die Pflanzenreste nicht vollständig zersetzt. Der enthaltene Kohlenstoff bleibt dadurch langfristig im Boden gespeichert. Auch die Wälder des Pantanals nehmen durch Photosynthese viel CO₂ auf und speichern dieses in ihrer Biomasse.  

Auf diese Weise ist das Pantanal unverzichtbar im Kampf gegen den Klimawandel. Es speichert große Mengen der menschengemachten CO₂-Emissionen. Sein Erhalt ist also nicht nur für die umliegende Region relevant, sondern für den gesamten Planeten.  
 

Bedrohungen des Pantanals

Trotz der großen Bedeutung für unseren Planeten, kämpft das Pantanal ums Überleben. 

Das Pantanal ist zunehmend von schweren Bränden betroffen. Durch den Klimawandel verstärkte Dürreperioden führen dazu, dass die trockene Landschaft leicht entzündlich wird und sich Feuer schnell ausbreiten können.
Besonders verheerend waren die Brände im Jahr 2020. Damals brannte etwa ein Drittel des Pantanals ab. Schätzungen nach starben dabei rund 17 Millionen Wirbeltiere, viele weitere wurden verletzt. Auch in den Folgejahren kam es erneut zu besonders frühen und intensiven Feuern.
Neben klimatischen Ursachen spielen auch menschliche Einflüsse eine wichtige Rolle. Einige Brände entstehen durch Brandrodung zur landwirtschaftlichen Nutzung. Selbst wenn dabei rücksichtsvoll gehandelt wird, können sich aufgrund der hohen Trockenheit im Gebiet kleine Feuer schnell zu großflächigen Buschbränden entwickeln.  
 

Im Pantanal führt vor allem die Ausweitung der industriellen Rinderzucht zu großflächiger Rodung. Laut der „Environmental Justice Foundation Deutschland“ sind über 12 Prozent der Waldflächen im Pantanal durch eine solche Nutzung verloren gegangen. Illegale Rodungen haben sich in den ersten sechs Monaten der Amtszeit von Brasiliens Präsident Bolsonaro im Jahr 2020 mehr als verdoppelt.
Abholzung hat nicht nur lokale, sondern auch regionale Auswirkungen. Auch die Rodung im Amazonas-Regenwald beeinflusst das Pantanal. Normalerweise gelangt ein Teil der dort verdunsteten Feuchtigkeit über Luftströmungen ins Pantanal und führt dort zu Niederschlägen. Durch die zunehmende Rodung im Amazonas sinkt jedoch die Menge an Feuchtigkeit, die von den Bäumen in die Atmosphäre gegeben wird. Der Wasserkreislauf wird gestört und in beiden Regionen wird es trockener. Damit gefährdet nicht nur die Rodung im Pantanal selbst das Ökosystem, sondern auch die Entwaldung in umliegenden Gebieten.
Zusätzlich setzt die Rodung große Mengen des zuvor gespeicherten Kohlenstoffs wieder frei, wodurch mehr CO₂ in die Atmosphäre gelangt.
Auch ökologisch ist Entwaldung gravierend. Lebensräume für Tiere und Pflanzen schrumpfen, wodurch Arten verdrängt werden oder im schlimmsten Fall sogar aussterben können. Gleichzeitig verlieren auch Menschen, die direkt von den Ökosystemdienstleistungen des Pantanals abhängig sind, ihre Lebensgrundlage.
 

Besonders die Waldbrände im Pantanal werden durch den Klimawandel zusätzlich verstärkt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Wetterphänomen El Niño (El Niño Souther Oscillation). Dabei erwärmt sich die Meeresoberfläche des Pazifiks ungewöhnlich stark. 
Normalerweise transportieren Passatwinde das aufgewärmte Wasser von der südamerikanischen Küste in Richtung Asien. Bei einem El-Niño-Ereignis werden diese Winde allerdings schwächer oder ändern ihre Richtung. Dadurch kann kaltes Wasser aus der Tiefe nicht mehr aufsteigen, während sich das warme Wasser im Pazifik staut. Die gespeicherte Wärme gelangt dann in die Atmosphäre, wodurch sich großräumige Klimamuster ändern.
Diese Veränderungen verschieben weltweit Niederschlags- und Trockenheitszonen. In einigen Regionen, etwa in Teilen Südamerikas und Australiens, kommt es häufiger zu Dürren. Andere Gebiete erhalten hingegen mehr Niederschlag. Europa ist meist nur indirekt betroffen. Allerdings betrifft die Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur den ganzen Planeten.
Für das Pantanal bedeutet El Niño häufig deutlich trockenere Bedingungen. Niederschläge nehmen ab und Dürreperioden werden länger. In Kombination mit den sowieso bereits hohen Temperaturen und ausgetrockneter Vegetation entsteht dadurch ein besonders hohes Brandrisiko. 
 

Schutz des Pantanals

Da Feuchtgebiete eine große globale und ökologische Rolle spielen, ist ihr wirksamer Schutz von zentraler Bedeutung. Nur so kann gewährleistet werden, dass sie weiterhin die wichtigen Ökosystemdienstleistungen liefern können. Auch Teile des Pantanals stehen unter besonderem Naturschutz, um das Gebiet erhalten zu können. 

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1.
UNESCO

Im Jahr 2000 wurden die in Brasilien liegenden Teile des Pantanals von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Zudem besitzt der Parque Nacional do Pantanal Matogrossense Weltnaturerbe-Status. 

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2.
Ramsar-Konvention

Eine weitere zentrale Grundlage für den Schutz von Feuchtgebieten ist die Ramsar-Konvention. Das „Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar verabschiedet. Ziel ist es, Feuchtgebiete weltweit zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Deutschland trat der Ramsar-Konvention 1976 bei.

Im Jahr 2002 wurde der gesamte bolivianische Anteil am Pantanal unter den Schutz der Ramsar-Konvention gestellt. Somit verpflichtet sich die Regierung Boliviens, mögliche Umweltfolgen bereits in der Planungsphase großer Bauvorhaben, streng zu prüfen. Darüber hinaus sind drei weitere Nationalparks Teil des Ramsar-Schutzsystems.

Doch diese Auszeichnungen allein garantieren noch keinen ausreichenden Schutz. Besonders weil nur 5 Prozent des Pantanals durch Naturschutzgebiete geschützt sind, während 95 Prozent in Privatbesitz sind, meist für die Rinderzucht. 

Feuchtgebiete weltweit

Tropische Feuchtgebiete gibt es auf der ganzen Welt. Was im Pantanal sichtbar wird, betrifft viele Regionen der Welt. Weitere Beispiele für Feuchtgebiete sind die Biosphärenreservate „Bocas del Polochic“ und „Sierra de las Minas“ in Guatemala.

Wie im Pantanal spielen auch hier Probleme wie Entwaldung, Waldbrände und die Ausweitung von Nutzflächen eine große Rolle. Das erhöht die Anfälligkeit für Überschwemmungen und gefährdet sowohl die Ökosysteme als auch die landwirtschaftliche Produktivität. Diese wirkt sich wiederum direkt auf die Lebensbedingungen der Menschen in den Gemeinden aus. Kleinbäuerliche Familien sind auf ihre Ernte angewiesen. Wenn diese zerstört wird, gefährdet das ihre Existenz.

Gemeinsam mit unserem erfahrenen, lokalen Projektpartner „Fundación Defensores de la Naturaleza“ (FDN) unterstützen wir als OroVerde die Bevölkerung in der Region.

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FAQ Feuchtgebiete/Pantanal

Ein Feuchtgebiet ist ein Gebiet, in dem der Boden dauerhaft oder zu bestimmten Jahreszeiten mit Wasser bedeckt ist. Feuchtwiesen, Moor- und Sumpfgebiete sind Feuchtgebiete. Sie speichern große Mengen an Kohlenstoffdioxid und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Außerdem dienen sie als natürlicher Wasserspeicher und Hochwasserschutz, da sie große Wassermengen aufnehmen und langsam wieder abgeben können.

Das Pantanal erstreckt sich größtenteils über Brasilien, genauer gesagt in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso du Sul. Etwa ein Drittel der Fläche reicht zudem in die angrenzenden Länder Bolivien und Paraguay hinein. 

Feuchtgebiete wirken wie natürliche Filter. Sie nehmen Schadstoffe aus dem Wasser auf und reinigen es, bevor es ins Grundwasser oder in Flüsse fließt. Zudem stabilisieren sie das Klima, denn sie speichern große Mengen Kohlenstoff und mindern so den Treibhauseffekt. Gleichzeitig reguliert die Verdunstung die Temperaturen in der Umgebung. Feuchtgebiete sind auch wichtige Lebensräume, die wandernden Tierarten Rast- und Brutplätze bieten. Damit unterstützen sie die weltweite Artenvielfalt.

Im Pantanal leben rund 650 verschiedene Vogelarten, 240 Fischarten, sowie etwa 60 Amphibien- und 100 Reptilienarten. Außerdem 120 Säugetierarten und 1.700 Pflanzenarten. Es ist Heimat für zahlreiche Tiere wie Jaguare, Kaimane, Wasserscheine, Riesenotter und Hyazinth-Aras.

Das Pantanal ist vor allem durch schwere Brände, Abholzung und den Klimawandel bedroht. Längere Dürreperioden, die durch Phänomene wie El Niño verstärkt werden, erhöhen die Brandgefahr und zerstören große Flächen. Gleichzeitig führen Rodungen für Landwirtschaft und Rinderzucht zum Verlust von Lebensräumen, stören den Wasserkreislauf und setzen zusätzlich CO₂ frei.

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Fotonachweise: ©Sabina Jose via Pixabay (Titelbild), ©anudibranchmom via iNaturalist (Hyazinthara), ©Maria Camila Castaño via Pexels (Brillenkaiman), ©Bombeiros MT via Pexels (Brandlöschung)

Letzte Überarbeitung: 28.05.2026

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