Um unsere Welt nachhaltiger zu gestalten, müssen wir auch im Bereich Industrie und Ressourcen anpacken. Dabei gibt es schon viele clevere Ideen, um große Probleme zu lösen. Neugierig geworden?
Teste dein Wissen mit unserem Quiz!
Warum wir eine Ressourcenwende brauchen
Ohne Rohstoffe ist das Herstellen von Dingen unmöglich. Handys, Laptops, Kühlschränke, Waschmaschinen, Kleidung oder Gebäude: In all diesen Dingen stecken Rohstoffe. Metalle werden zum Beispiel für Elektronik und Batterien gebraucht, Sand für Beton im Bau, und Öl dient als Grundlage für viele Kunststoffe und Textilien.
Diese Ressourcen sind endlich, das heißt, sie gehen irgendwann zur Neige. Auch Wasser und Flächen stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.
Zusätzlich hat der Abbau dieser Rohstoffe oft große Folgen für Umwelt und Menschen:
- Beim Abbau werden große Mengen Erde und Gestein bewegt, um an die Rohstoffe zu kommen. Dabei werden oft ganze Landschaften verändert und Lebensräume unwiederbringlich zerstört.
- Schadstoffe können ins Grundwasser gelangen und unsere Gesundheit schädigen, zum Beispiel durch Schwermetalle.
- Werden Rohstoffe knapper, wird der Abbau immer aufwendiger, riskanter und teurer, weil in tiefere Gesteinsschichten oder unbekannte Gebiete (beispielsweise in die Tiefsee) vorgedrungen wird.
- Beim Rohstoffabbau kommt es nicht selten zu Menschenrechtsverletzungen, etwa durch schlechte Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit oder die Vertreibung von Menschen.
Dass es auch anders geht, nämlich umweltfreundlich und gerecht, zeigen bereits viele Beispiele:
Kein Müll, dafür ewiges Leben! Klingt das nicht verlockend?
Im Mittelpunkt der Ressourcenwende steht: Produkte so anzufertigen, dass sie
- lange halten und im Einsatz bleiben und dass
- ihre Bestandteile am “Lebensende” des Produktes auseinandergenommen werden, damit sie
- wieder in neuen Produkten eingesetzt werden können.
Die Rohstoffe bleiben dann im Kreislauf. Daher spricht man auch von einer echten Kreislaufwirtschaft.
Wenn „Abfall“ zum Fremdwort wird - Vorbild Natur
Das Konzept der Kreislaufwirtschaft ist übrigens schon über Jahrmillionen erprobt! Denn die Natur hält alle Rohstoffe in einem beständigen Kreislauf. Wenn zum Beispiel im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, werden sie von vielen kleinen Lebewesen zersetzt. Dabei werden Nährstoffe freigesetzt, die die Pflanzen im neuen Jahr wieder aufnehmen, um daraus neue Blätter wachsen zu lassen.
In einer echten Kreislaufwirtschaft gibt es nämlich das Wort „Abfall“ gar nicht mehr. Alles ist entweder ein biologischer Nährstoff (geht zurück in die Natur) oder ein technischer Nährstoff (geht zurück in die Fabrik).
Reparieren – hier boomt eine fast vergessene Fähigkeit!
Wer Dinge reparieren kann, ist heute wieder gefragt. Sei es in Repair-Cafés, unter Freunden oder tatsächlich als Job. Diese Bewegung wird zunehmen, denn wenn Rohstoffe selten und teuer werden, ist Neukaufen plötzlich wieder teurer als Reparieren. Der Vorteil: So bleiben die Geräte und Rohstoffe lange im Einsatz. Insgesamt werden dadurch weniger Rohstoffe verbraucht.
Die Ressourcenwende ist die Grundlage für alle anderen Wenden.
Die Ressourcenwende ist besonders mächtig und wirksam für eine gesunde und zukunftsfähige Welt. Denn sie wirkt auf die Industrie, Mobilität, Konsum, Stadtentwicklung und den Energiesektor ein.
Denkanstoß: Abfall ist nur ein Rohstoff am falschen Ort
- Beobachte einen Tag lang den „Müll“ zuhause oder auf der Arbeit. Such dir eine Sache aus, die täglich weggeworfen wird (Verschnitt, Verpackungen, Fehldrucke). Könnte dieser „Abfall“ für jemand anders ein Rohstoff sein? Wer im Umkreis könnte das Zeug gebrauchen?
- Nimm dir ein Produkt, das du täglich nutzt (z. B. deine Schuhe oder deine Kopfhörer). Überlege dir, wie das Teil zusammengebaut ist. Ist es geklebt, verschraubt oder verschweißt? Könntest du die Sohle oder den Akku mit Standard-Werkzeug selbst wechseln? Wenn du das Produkt selbst designt hättest: Was hättest du anders gemacht, damit man es nach kurzer Zeit nicht wegwerfen muss, sondern upgraden kann?
Wasser ist eine endliche Ressource
Obwohl mehr als zwei Drittel der Erde von Wasser bedeckt sind, sind nur etwa 0,3 Prozent davon als Trinkwasser nutzbar. Wasser steckt nicht nur in jedem Glas, das wir trinken, sondern auch in vielen Produkten unseres Alltags. Dazu zählen zum Beispiel Kleidung oder Lebensmittel. Für ein Baumwoll-T-Shirt werden etwa 2.700 Liter Wasser benötigt.
Besonders viel Wasser verbrauchen weltweit die Energiewirtschaft, Landwirtschaft und Industrie. Gleichzeitig wird Wasser durch Chemikalien, Mikroplastik, Pestizide und Dünger verschmutzt.
Es gibt aber Lösungen: Wasser kann aufbereitet und mehrfach genutzt werden. Zum Beispiel kann leicht verschmutztes Wasser aus Dusche oder Waschbecken – sogenanntes Grauwasser – gesammelt, gereinigt und etwa für Toiletten oder zur Bewässerung wiederverwendet werden. Auch Meerwasserentsalzung kann helfen, braucht aber viel Energie – hier werden neue, effizientere Technologien entwickelt. Im Alltag können wir ebenfalls Wasser sparen, etwa durch kürzeres Duschen oder indem wir Produkte wählen, die weniger Wasser verbrauchen. Zum Beispiel benötigen Materialien wie Leinen, Hanf oder Wolle in der Herstellung meist weniger Wasser als Baumwolle.
Faire Wege für unsere Produkte: Transparente Lieferketten
Eine Lieferkette beschreibt den Weg eines Produktes, vom Anbau der Rohstoffe bis ins Regal. Dabei sind viele Menschen beteiligt, zum Beispiel Bäuerinnen und Bauern, Verarbeiter*innen, Händler*innen und Unternehmen.
Rohstoffe werden oft in Ländern abgebaut, in denen Umwelt und Menschen nicht ausreichend geschützt werden.
Damit die Weltbevölkerung ernährt werden kann und gleichzeitig Wälder und Ökosysteme geschützt sind, ist es wichtig, dass Produkte nachhaltig hergestellt und fair gehandelt werden. Ziel ist, dass Produzent*innen von ihrer Arbeit leben können.
Siegel und Standards zeigen, dass Produkte unter besseren Umwelt- und Sozialbedingungen hergestellt werden. Sie machen Lieferketten transparenter und helfen dabei, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen sichtbarer zu machen und zu vermeiden.
Unternehmen können viel bewegen, indem sie klare Standards setzen und verantwortungsvoll einkaufen. So können ganze Lieferketten nachhaltiger werden. Auch du hast Einfluss. Stell dir beim nächsten Einkauf ein paar einfache Fragen:
- Woher kommt das Produkt?
- Findest du ein Siegel, das auf faire und umweltfreundliche Herstellung hinweist?
- Kannst du erkennen, wie und unter welchen Bedingungen es produziert wurde?
Tiefer einsteigen in ähnliche Themen
Planetare Grenzen: Wie viel kann unser Planet verkraften?
Die Erde ist unser Zuhause – doch unser unachtsamer Umgang mit ihr bringt sie an ihre Grenzen. Diese sogenannten Planetaren Belastungsgrenzen (Planetary Boundaries) beschreiben, wie viel die Erde aushalten kann, bevor ihr empfindliches Gleichgewicht kippt.
Klimaschulden und Finanzgerechtigkeit
Viele Länder im Globalen Süden sitzen in einer Schuldenfalle. Verschärft wird ihre Finanzkrise durch den fortschreitenden Klimawandel. Den finanziellen Staatsschulden des Globalen Südens stehen die historischen Klimaschulden des Globalen Nordens gegenüber – denn dieser ist Hauptverursacher der Erderwärmung.
Lieferketten nachhaltig gestalten
Mehr Sorgfalt entlang von Lieferketten schützt Menschenrechte und die Umwelt – und auch für Menschen am Ende der Lieferkette wird ein nachhaltiger Konsum deutlich einfacher. Denn die Gesetze, die derzeit diskutiert und verabschiedet werden, fordern einen gewissen Nachhaltigkeitsstandard und entlasten die Konsument*innen in ihren Kaufentscheidungen.
Diese Seite entstand im Rahmen des BNE-Projekts „Umdenken & Anpacken - Transformation für eine lebenswerte Zukunft? Ja, bitte!“. Dieses Bildungsprojekt wird gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ.


Wir danken Globetrotter Ausrüstung für die Unterstützung des Projekts von 2025 bis 2027 mit dem Naturbonus.
