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Fast-Fashion online kaufen, Kaffee aus dem Plastikbecher, mit dem Flieger in den Urlaub und regelmäßig ein neues Smartphone? Auf den ersten Blick alles prima und praktisch, doch unser Konsumverhalten hinterlässt krasse Spuren auf dem Planeten. Wir müssen umdenken, denn so geht es nicht weiter. Eine Frage ist dabei entscheidend:

Was macht dich wirklich glücklich? Und was bedeutet Wohlstand eigentlich?

Wenn wir an Wohlstand denken, kommt uns schnell Konsum in den Sinn: Energy-Drinks, neue Kleidung, das aktuellste Smartphone besitzen. All diese Dinge können uns für einen Moment Freude bereiten. Aber erinnerst du dich an sie genauso intensiv wie an das letzte Mal, als du mit deinem Lieblingsmenschen so gelacht hast, dass euch die Tränen kamen? 

Die Wissenschaft ist sich einig: Konsum macht uns gar nicht so glücklich, wie wir oft denken. Der materielle Überfluss führt nicht unbedingt zu höherer Lebensqualität - im Gegenteil: Häufig bleibt wenig Zeit für Erholung, zwischenmenschliche Beziehungen oder sinnstiftende Tätigkeiten.

Wohlstand muss also neu gedacht werden. Es ist nicht die Ansammlung von Besitz, sondern ein erfülltes Leben zu führen.

Das sagt die Wissenschaft dazu

Die „Glücksforschung“ untersucht, was Menschen langfristig zufrieden macht. Hier sind ein paar besonders spannende Erkenntnisse:

Im Jahr 1938 begann eine Studie an der Elite-Universität Harvard in den USA. Sie begleitet seit über 80 Jahren zunächst Studierende der Harvard University und später auch deren Nachkommen.
Die Ergebnisse: 

  • Die Qualität unserer Beziehungen hat einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit. 
  • Enge Beziehungen tragen stärker zu einem glücklichen und langen Leben bei als Geld, Ruhm, sozialer Status, IQ oder genetische Faktoren. 
  • Menschen, die im Alter von 50 Jahren in ihren Beziehungen besonders zufrieden waren, hatten mit 80 Jahren die beste körperliche und mentale Gesundheit aufzuweisen. 
  • Personen mit stabilen sozialen Bindungen lebten im Durchschnitt länger als einsame Menschen.
     

Wir Menschen können uns schnell an Positives wie Negatives gewöhnen. Daher kehren wir nach einem besonderen Ereignis schnell wieder zu einem stabilen Level von Wohlbefinden zurück. 

Das gilt auch für das Glücksgefühl nach einem Kauf. Der Reiz ist je nach Gegenstand bereits nach einigen Tagen wieder verflogen. Der Kauf von materiellen Gütern schüttet also nur kurzzeitig Glückshormone in uns aus. Das Gefühl, sich durch einen Kauf erneut belohnen zu wollen, kommt daher schnell wieder auf und man gerät in einen Teufelskreis. Fachleute sprechen von der hedonistischen Tretmühle.

Wie gelangt man also zu nachhaltigem Glück?

Das Modell gilt als Fundament der positiven Psychologie und zeigt, welche Faktoren ein erfülltes Leben ausmachen. „PERMA“ bildet sich aus den Anfangsbuchstaben folgender fünf Glücksfaktoren: 

Positive Emotionen = Lachen schüttet Endorphine aus
Engagement = sich für andere einzusetzen macht einen selbst zufriedener
Relationships (Beziehungen) = sich mit Freund*innen/Familie treffen und Erinnerungen schaffen
Meaning (Sinnhaftigkeit) = eine ehrenamtliche Tätigkeit dient einem größeren Zweck und hat große Bedeutung 
Accomplishment (Zielerreichung) = das Erreichen eines persönlichen Ziels stärkt das Selbstvertrauen
 

Was also macht Wohlstand aus?

Klar, es braucht eine gewisse Basis mit bezahlbarem Wohnraum, Zugang zu gesunder Ernährung und medizinischer Versorgung. Dazu kommen jedoch vorallem immaterielle Werte:

  • Sozialer Reichtum: Stabile, ehrliche Beziehungen und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein (Zugehörigkeit).

  • Zeit-Wohlstand: Die Souveränität über die eigene Zeit – also die Freiheit, Pausen zu machen und über den eigenen Rhythmus zu bestimmen.

  • Ökologisches Kapital: Eine intakte, lebendige Natur und saubere Ressourcen (Luft, Wasser, Böden) als Grundlage für alles andere.

  • Mentale Fülle: Der Zugang zu Bildung, die Freiheit zur persönlichen Entfaltung und das Erleben von Sinnhaftigkeit in dem, was man tut.
     

Denkanstoß

  • Was wäre für dich ein gutes Leben – und wie viel Ressourcenverbrauch ist dafür wirklich nötig?
  • Was denkst du: Wäre unsere Gesellschaft bereit, auf ein bisschen Konsum zu verzichten, wenn dafür die Sicherheit eines stabilen Klimas garantiert wäre?
  • Wo und wie könntest du dich engagieren, um die Gesellschaft voranzubringen und zu bereichern? 

Sichert Wirtschaftswachstum Wohlstand?

In der Vergangenheit hat Wirtschaftswachstum (gemessen am Bruttoinlandsprodukt BIP) tatsächlich enorme Fortschritte gebracht. Heute sehen wir jedoch, dass das Versprechen „Mehr Wachstum = Mehr Wohlstand“ auf „Rechenfehlern“ beruht:

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1.
Die Ressourcen-Grenze

Unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten ist rein physikalisch unmöglich. Ewig kann unser Wohlstand daher nicht wachsen. Früher oder später kommen wir zu dem Punkt, an dem fossile Brennstoffe, Metalle wie Nickel oder Gase wie Helium aufgebraucht sind. Irgendwann gibt es keinen Platz mehr für neue Fabriken, neue Felder oder neue Städte, ohne dass Natur und Umwelt völlig aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Die Klimakrise und der stark zunehmende Verlust von Tieren und Pflanzen sind aktuelle Beispiele dafür.

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2.
Wohlstandsverlust durch Umweltzerstörung

Wenn wir wachsen, indem wir den Regenwald abholzen oder das Klima destabilisieren, zerstören wir die Grundlagen unseres zukünftigen Wohlstands und den Wohlstand in anderen Regionen der Erde. Die Kosten für die Reparatur von Flutkatastrophen oder Ernteausfällen wachsen dramatisch an und fressen Wohlstand wieder auf.

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3.
Ungleichheit

Wenn das Wachstum nur bei den obersten 1 Prozent ankommt, sichert es nicht den Wohlstand der Gesellschaft, sondern vergrößert die soziale Kluft.

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4.
Das Paradox der Sättigung

Ab einem gewissen Einkommensniveau steigt das Glücksempfinden zudem kaum noch an. Wer bereits zwei Paar Sneaker hat, wird durch das dritte Paar nicht signifikant glücklicher.

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„Das Bruttoinlandsprodukt misst alles, außer dem, was das Leben lebenswert macht.“

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Robert F. Kennedy, 1968

Zeit für die Konsumwende

Kurz zusammengefasst: 

  • Konsum macht uns persönlich nicht langfristig glücklich. 
  • Unser derzeitiges Wirtschaftssystem basiert auf schnellem Wachstum und kurzfristigem Konsum und steht oft über ökologischer Nachhaltigkeit oder sozialer Gerechtigkeit. 
  • Unser Planet zahlt dafür einen hohen Preis, denn wir treiben damit den Klimawandel voran und bringen Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. 
  • Da wir die Folgen davon bereits heute spüren, lohnt sich die Frage, ob uns unser Konsum das wirklich wert ist. 

    Eine Konsumwende bedeutet nicht, auf alles verzichten zu müssen. Es geht vielmehr darum, bewusster mit Ressourcen umzugehen, langlebiger und fairer zu konsumieren, reale Preise für Produkte zu veranschlagen, die auch die ökologischen Kosten einbeziehen, und den Fokus wieder auf Gemeinschaft zu legen.

    Die gute Nachricht: Es gibt schon heute viele Ideen und Beispiele, die zeigen, wie eine Konsumwende aussehen kann.
     

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Projektförderung

Diese Seite entstand im Rahmen des BNE-Projekts „Umdenken & Anpacken - Transformation für eine lebenswerte Zukunft? Ja, bitte!“. Dieses Bildungsprojekt wird gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ.

Wir danken Globetrotter Ausrüstung für die Unterstützung des Projekts von 2025 bis 2027 mit dem Naturbonus.

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