Palmöl und der Regenwald: viele Produkte enthalten das Öl

Palmöl und der Regenwald

Plantagen für Schokocreme und Co.

Schokoriegel, Nuss-Nougat Cremes, Margarine, Lippenbalsam, Kerzen und Duschgel: Was diese Supermarktprodukte wohl gemeinsam haben? In vielen dieser und weiterer Produkte steckt Palmöl. Fast jeder zweite Artikel in unseren Supermärkten enthält es als Inhaltsstoff. Weltweit wurden 2013 etwa 24,8 Prozent des produzierten Palmöls in Lebensmitteln verarbeitet. Darunter auch in solchen, in denen man Palmöl nicht vermuten würde - wie Tiefkühlpizzen, Tütensuppen oder Margarine.

Zerstört Schokocreme den tropischen Regenwald?

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Wegen seiner tollen Eigenschaft ist es vielfältig einsetzbar, denn es riecht oder schmeckt nicht und ist farblos. So lässt es sich in vielen Speisen, ob süß oder herzhaft prima verarbeiten und ist vor allem in der Lebensmittelindustrie besonders beliebt - aber nicht nur.

Zur Beliebtheit der Ölpalme trägt auch ihr vergleichsweise hoher Ertrag bei: Pro Hektar (100 x 100 Meter) können 3,4 Tonnen (1 Tonne = 1.000 Kilogramm) Palmöl gewonnen werden. Zum Vergleich erbringt Soja einen durchschnittlichen Ertrag von 0,68 Tonnen Öl pro Hektar.

Palmöl überall ...

In Deutschland werden jährlich 1.760 Schwimmbäder voll Palmöl verbraucht! Eigentlich ist Palmöl also ein echtes "Wunderlebensmittel"! Doch der hohe Bedarf und die wachsende Nachfrage nach Palmöl haben schlimme Folgen für die tropischen Regenwälder. Immer neue und größere Anbauflächen für die riesigen Ölpalmen-Plantagen müssen geschaffen werden. Dabei werden vor allem in den Hauptproduktionsländern Indonesien und Malaysia große Regenwaldgebiete gerodet - sie produzieren 86% der Weltproduktion an Palmöl! In Südostasien gilt die Palmölproduktion als Hauptursache für die Entwaldung.

Im Moment ist die Fläche, auf der Palmöl weltweit angebaut wird, zusammengenommen so groß wie die Hälfte Deutschlands. Durch die Zerstörung der Regenwälder sind auch tausende Tier- und Pflanzenarten bedroht, da ihr Lebensraum schwindet. Besonders betroffen von den negativen Auswirkungen der Palmölproduktion ist der Menschenaffe Orang-Utan. Orang-Utans kommen nur auf zwei Inseln (Sumatra und Borneo) in Südostasien vor. Durch die Zerstörung der Regenwälder und den Verlust ihres Lebensraumes sind sie extrem bedroht und werden auf der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN bereits als stark gefährdet eingestuft.

Was kannst du tun?

Werde Detektiv im Supermarkt und helfe dem Orang-Utan! Seit Ende 2014 muss auf allen Produkten, wo Palmöl drin ist auch Palmöl draufstehen. Gehe bei deinem nächsten Besuch im Supermarkt auf Spurensuche und untersuche, welche Produkte den Inhaltsstoff Palmöl oder Palmfett haben.

  • Informiere deine Eltern, Verwandten und Freunde über die Palmöl-Produkte, die du im Supermarkt gefunden hast. Sie werden Augen machen, worin sich Palmöl überall versteckt.
  • Ist dein Lieblingsprodukt auch betroffen? Dann such nach einer leckeren Alternative ohne Palmöl. Vielleicht wirst du in einem Bioladen fündig. Keine Alternative ohne Palmöl gefunden? Gepa, Rapunzel und andere Bio-Marken bieten Produkte mit Bio-Palmöl an. Das Palmöl stammt dann aus kleinbäuerlichem Ölpalmenanbau.
  • Anstatt Tiefkühlpizza, Tütensuppe und Co. zu kaufen, kannst du deine Mahlzeit aus frischen Zutaten selbst zubereiten. Das schmeckt nicht nur viel besser, du kannst so auch auf Nummer sicher, dass sich kein Palmöl in dein Essen schleicht.
  • Fahr öfter mit dem Rad und lasst euer Familienauto stehen. Denn auch in Diesel steckt Palmöl.

Fotonachweis: Özi's Comix Studio (Illustrationen), OroVerde - A. Hömberg (Palmfrucht, Palmölplantage), K. Wothe (Palmölplantage Luftbild)

Du hast noch Fragen?

Wir helfen dir gerne weiter!
OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
Telefon: 0228 24290-0
E-Mail: info@oroverde.de