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Die meisten Menschen nehmen beim Anblick eines Skorpions schnellstmöglich Reißaus – die Vorsicht ist berechtigt, denn einige der Krabbeltiere sind extrem giftig. Doch lasst euch von ihrem beängstigenden Ruf nicht verschrecken, denn es gibt noch so viel Faszinierendes über die kleinen Überlebenskünstler zu entdecken!

Steckbrief

Skorpion (Scorpiones)

Klasse: Gliederfüßer (Arthropada)

Ordnung: Spinnentiere (Arachnida)

Lebensraum: auf allen Kontinenten (mit Ausnahme der Antarktis); häufig in Tropen und Subtropen, aber auch in Küstenregionen, Wüsten, Halbwüsten und Savannen; verstecken sich gerne in Ritzen, unter Steinen oder im Sand; wenige leben in Höhlen oder auf Bäumen

Nahrung: Insekten, Spinnen, Weichtiere wie zum Beispiel Schnecken, kleine Wirbeltiere wie Schlangen, Nager, Eidechsen, Spitzmäuse oder Fledermäuse - Beutetiere sind bei verschiedenen Arten unterschiedlich

Besonderes: die Ausbreitung der Skorpione reicht bis nach Österreich, durch ihre starke Anpassungsfähigkeit sind sie nämlich in fast allen Vegetations- und Klimazonen überlebensfähig und können sogar bis zu 2 Jahre komplett ohne Nahrung überleben!

Die „Superkräfte“ der Skorpione – mystisches Leuchten und feinfühlige Behaarung

Einer der spannendsten, und trotzdem nicht besonders bekannten Fakten über Skorpione ist ihr Leuchten im Dunkeln! Fällt in der Dunkelheit helles Mondlicht, UV- oder Schwarzlicht auf die nachtaktiven Spinnentiere, dann strahlt ihr gesamter Körper hell auf. Falls du also mal auf der Suche nach einem Skorpion sein solltest – oder im Gegenteil, eine nähere Begegnung lieber vermeiden willst – dann kannst du dir diesen Trick zur Nutze machen.

So werden die Gifttiere für uns Menschen zwar sichtbar, sie können uns dafür aber in den meisten Fällen so gut wie gar nicht sehen. Denn trotz ihrer bis zu 12 Augen haben sie nur ein sehr eingeschränktes Sehvermögen, einige Arten haben sogar gar keine Augen. Um diesen Nachteil wieder auszugleichen und sich trotzdem in ihrer Umgebung zurechtzufinden, hat sich die Natur einen schlauen Trick einfallen lassen. Borstenartige Tasthaare am gesamten Körper ermöglichen es den Skorpionen feinste Erschütterungen, Windstöße, Schallwellen und Vibrationen wahrzunehmen. Dadurch ergibt sich ein großer Vorteil bei der Orientierung, auf der Jagd nach Beutetieren und auf der Flucht vor Fressfeinden!

Skorpion-Gift als Heilmittel?

In der chinesischen Heilkunst wird das Gift von Skorpionen schon seit langer Zeit eingesetzt und soll angeblich gegen chronische Schmerzen, Lähmungen, Schlaganfälle oder Epilepsie helfen. Doch auch für unsere moderne Medizin wird der Giftstoff aus dem Stachel der Tiere immer interessanter. Viele Wissenschaftler*innen forschen tatsächlich mit ihm und versuchen, mit Skorpion-Gift neue Medikamente herzustellen! Diese werden aktuell noch entwickelt und getestet, aber könnten in Zukunft bei der Behandlung von Krankheiten wie zum Beispiel Tumoren oder Arthritis helfen. Und somit hoffentlich vielen Menschen das Leben erleichtern oder sogar retten!

Du brauchst noch weitere Infos oder Hilfe?

Julia Schätzlein
Referentin
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Telefon: 0228 24290-20
E-Mail: jschaetzlein[at]oroverde[dot]de

Fotonachweis: Illustrationen (Özi's Comix Studio), Thorsten Wiersberg (schwarzer Skorpion vor rotem Hintergrund), pxhere.com (Skorpione)