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Der Pangolin wird auch Schuppentier oder Tannenzapfentier genannt. Sein spezielles Aussehen macht ihn zu etwas ganz Besonderem, denn er ist das einzige Säugetier, das komplett mit Schuppen bedeckt ist. Bei Gefahr rollt er sich zusammen und wird wie durch eine Rüstung geschützt.

Steckbrief Pangolin

Klasse: Säugetier

Ordnung: Pholidota

Familie: Manidae

Verbreitung: Asien und Afrika

Arten: Es gibt insgesamt acht Arten. Vier Arten leben in Afrika, südlich der Sahara-Wüste: Langschwanzschuppentier, Weißbauchschuppentier, Riesenschuppentier, Steppenschuppentier.  Die anderen vier Arten leben im tropischen und subtropischem Asien: Vorderindisches Schuppentier, Palawan-Schuppentier, Malaiisches Schuppentier, Chinesisches Schuppentier.

Größe: je nach Art bis zu 140 cm und 3 bis 35 kg

4 spannende Fakten über Pangoline

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1.
Der Pangolin ist eines der ältesten Säugetiere. Es gibt ihn wahrscheinlich schon seit 50 Millionen Jahren  
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2.
Pangoline machen keine Geräusche
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3.
Pangoline sehen Gürteltieren sehr ähnlich, sind aber nicht mit ihnen verwandt
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4.
Frei lebende Pangoline werden etwa 13 Jahre alt. In Gefangenschaft sterben sie leider meistens nach kurzer Zeit.

Perfekt angepasst

Die verschiedenen Arten der Pangoline leben in tropischen und subtropischen Wäldern, aber auch in Steppen und Savannen. Je nachdem schlafen sie in hohlen Baumstämmen oder in Erdlöchern und haben unterschiedliche körperliche Anpassungen entwickelt. Der Pangolin ist durch seine schaufelartigen Krallen auf Klettern und Graben spezialisiert. Die im Wald lebenden Pangoline haben außerdem sehr lange Schwänze, um in Bäumen zu klettern und von Ästen hängen zu können. Ansonsten unterscheiden sich die verschiedenen Arten nur geringfügig im Aussehen voneinander. Abgesehen von dem Riesenschuppentier, was wesentlich größer und schwerer ist als seine Artgenossen.

Einseitiger Speiseplan

Der Pangolin ernährt sich ausschließlich von Ameisen und Termiten und verspeist etwa 7 – 10 Millionen pro Jahr. Er ist körperlich perfekt an seine bevorzugte Nahrung angepasst: Der Pangolin ist hauptsächlich nachtaktiv. Er kann zwar schlecht sehen, dafür aber sehr gut riechen und so Termitenhügel und Ameisenhaufen finden. Seine Krallen helfen ihm, diese zu öffnen. Er hat eine lange Schnauze, keine Zähne, dafür aber eine mit 30 - 70 cm sehr lange und klebrige Zunge, mit der er die Insekten fangen kann. Seine Ohren und Nasen haben Ventile, die er luftdicht verschließen kann, damit keine Ameisen und Termiten hineinkrabbeln können. Wenn sich welche an seinem Körper festbeißen, kann er sie durch seine beweglichen Schuppen zerquetschen. Sein Magen ist muskulös und übernimmt die Zerkleinerung der Insekten. Er ist außerdem verhornt, damit Bisse und Gift der gegessenen Insekten ihm nichts anhaben können.

Pangoline sind liebevolle Einzelgänger

Pangoline sind Einzelgänger und bleiben lieber für sich allein. Sie tun sich mit anderen nur für die Paarung zusammen. Ein Pangolin Weibchen bekommt nur etwa ein Junges pro Jahr und trägt dieses die ersten Monate auf ihrem Schwanzende herum. Nach etwa fünf Monaten trennen sich die beiden und das Junge macht sich allein auf.

Schützende Schuppen

Der Pangolin ist überall am Körper von Schuppen bedeckt, außer am Hals, der Innenseite der Beine und der Fußballen. Seine Schuppen kann er durch Muskeln bewegen, sodass sie ihn wie eine flexible Rüstung beschützen. Bei Gefahr rollt er sich nämlich zu einer spiralförmigen Kugel zusammen und stellt seine scharfen Schuppen auf, wodurch er vor Fressfeinden wie Löwen, Tiger, Schimpansen, Krokodilen und Pythons geschützt ist. Daher hat er auch seinen Namen, dieser kommt vom malaiischen Wort „peng-goling“, was etwa „was sich zusammenrollt“ bedeutet.

Pangoline sind die am meisten illegal gehandelten Säugetiere der Welt

Vor anderen Tieren ist der Pangolin so geschützt, doch vor seinem größten Feind hilft diese Taktik leider wenig: dem Menschen. Sein Fleisch gilt vor allem in China und Vietnam als Delikatesse und seinen Schuppen werden in der traditionellen chinesischen und vietnamesischen Medizin spirituelle und medizinische Heilkräfte zugeschrieben. Deshalb und weil sie für Menschen so leicht zu fangen sind, sind Pangoline die am meisten illegal gehandelten Säugetiere der Welt. Dabei bestehen die Schuppen nur aus Keratin, dem selben Material wie beispielsweise unsere Fingernägel, und haben keine nachweisbare Heilwirkung.

Alle acht Arten stehen mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) und zwei gelten als fast ausgestorben. Der internationale Handel mit Pangolinen ist seit 2017 verboten und China hat sie von der Liste der zugelassenen traditionellen Medizin genommen, auf die gleiche Schutzstufe wie den Panda gesetzt und jegliche Nutzung der Tiere verboten. Illegal werden die Tiere aber immer noch stark gejagt. In Gefangenschaft sterben sie meistens sehr verfrüht, deshalb war es bisher auch kaum möglich, Pangoline in Zoos zu halten und sie zu züchten.

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Fotonachweise: ©Oezi’s Comix Studio (Titelbild, gezeichnet); ©geogirll CC BY-NC/iNaturalist.org (Steppenschuppentier); ©Cassidy, Rod CC BY-NC/iNaturalist.org (Langschwanzschuppentier); ©Snow, Don CC BY-NC/iNaturalist.org (Schuppentier mit Baby); ©flint_jack CC BY-NC/iNaturalist.org (Schuppentier zusammengerollt) ©Edward CC BY-NC/iNaturalist.org (chinesisches Schuppentier)