Leeres Gewässer ©Özi´s Comix Studio

Seekühe

gemütlicher Meereselefant

Seekühe, auch bekannt als Manatis oder Dugongs, sind natürlich nicht mit den Kühen verwandt. Ihre nächsten Verwandten sind die Elefanten. Aber warum heißt die Seekuh dann Seekuh? Weil sie wie Kühe gemütlich Pflanzen abweiden - allerdings unter Wasser.

Steckbrief Seekuh (Sirenia)

Klasse: Säugetiere

Verbreitung: Afrika, Indischer Ozean, Pazifischer Ozean, Südamerika. 

Nahrung: Seekühe essen zahlreiche Kilos Wasserpflanzen, aber sie können auch bis zu 6 Monate ohne Nahrung auskommen. 

Besonderes: Wie Haie haben Seekühe nie Probleme mit ihren Zähnen. Denn sie haben einen besonderen „Zahnersatz“: Hinten im Kiefer wachsen ständig neue Zähne nach, diese schieben die gesamte Zahnreihe nach vorn. Die vorderen Zähne werden abgenutzt und fallen aus.

Seekühe sind wahre Energiesparer

Wenn ihr es lieber kuschelig warm mögt, dann könnt ihr euch den Seekühen anschließen – denn die geselligen und friedlichen Säugetiere verbringen ihr gesamtes Leben im warmen Wasser. Sie bewegen sich nur sehr langsam und verbrauchen durch die warmen Gewässer kaum Energie, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Dadurch benötigen sie nur etwa ein Drittel der Energie, die andere Säugetiere des gleichen Gewichtes aufwenden müssen. Also wahre Energiesparer! Mit ihren verschließbaren Nasenlöchern können sie außerdem bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben - tauchen aber meist in Abständen von wenigen Minuten zum Luftholen auf.

Seekühe haben kräftige, zylindrische Körper mit zwei Flossen als Vorderbeinen und einer waagerechten Schwanzflosse. Aber aufgepasst, denn es gibt zwei Seekuhfamilien, die vor allen Dingen an den Schwanzflossen unterscheidbar sind – die Dugongs und die Manatis.
 

Was ist ein Dugong?

Dugongs oder auch Gabelschwanzseekühe leben in den Gewässern von Ostafrika bis Australien, also im Indischen und im Pazifischen Ozean. Der Lebensraum von Manatis und der von Dugongs überschneidet sich dabei nicht. Sie werden bis zu 3 Meter lang und bis zu 70 Jahre alt, sind also kleiner, werden aber dafür auch älter als ihre Verwandten. Wie Manatis haben Dugongs ein gutes Gehör, aber dafür ist ihr Sehvermögen sehr schlecht. Gabelschwanzseekühe haben eine halbmondförmige Schwanzflosse, ähnlich wie Wale. Ihre Schnauze ist nach unten abgeknickt und die Männchen bilden kleine Stoßzähne aus.

Wusstest Du,
  • ... dass Giraffen, Mäuse, Wale und Menschen alle genau 7 Halswirbel besitzen? Nur drei der circa 6400 bekannten Säugetierarten haben nur sechs Halswirbel: Manatis und die beiden Arten der Zweifinger-Faultiere.
  • ...dass sich Seekühe über das Aussenden von Geschmacks- und Geruchspartikeln sowie durch hohes Gurren oder Zirpen verständigen? Forschende sind sich aber noch nicht im Klaren darüber, wie Seekühe diese Töne erzeugen, denn sie besitzen gar keine Stimmbänder – wahre Kommunikationswunder!
  • ...dass Seekühe im Verhältnis zu ihrer Körpergröße das kleinste Gehirn unter den Säugetieren haben? Es wiegt nur 250 bis 350 Gramm - aber Achtung, dumm sind sie noch lange nicht.
  • ...dass Seekühe erst mit circa 6 bis 10 Jahren geschlechtsreif werden und nach 12 bis 14 Monaten ein einzelnes Jungtier zur Welt bringen?

Was ist ein Manati?

Manatis oder auch Rundschwanzseekühe sind in drei Arten einzuteilen, die schon auf ihren Lebensraum aufmerksam machen. Der Karibik-Manati, der Westafrikanische Manati und der Amazonas Manati. Diese Arten werden bis zu 4 Meter lang, also deutlich länger als Dugongs - Mit bis zu 40 Jahren aber auch nicht so alt wie ihre Verwandten. Obwohl Manatis kleine Augen und keine äußeren Ohrstrukturen haben, haben sie doch ein ziemlich gutes Seh- und Hörvermögen. Bei Rundschwanzseekühen ist die Schwanzflosse kreis- oder spatenförmig.

Der Amazonas Manati
Diese Art der Manatis ist besonders, da sie die Kleinste von allen ist und nur im Süßwasser lebt. Amazonas Manatis brechen immer wieder zu lange Wanderungen auf, falls das Futterangebot das notwendig macht. Wenn die Trockenzeit bevorsteht, flüchten sie in tiefere Seen und Flüsse, die vor dem Austrocknen sicher sind. Dort kommt es dann zu regelrechten Massenansammlungen. Und das, obwohl der Amazonas Manati ansonsten eher ein Einzelgänger ist.
 

Und was ist mit der Stellerschen Seekuh?

Warte, ich dachte es gibt nur zwei Seekuharten? Ja, gibt es auch - denn die Stellersche Seekuh oder Riesenseekuh, die als einzige kalte Gewässer bevorzugte, ist bereits ausgestorben. Sie wurde 1768, nur 27 Jahre nach ihrer wissenschaftlichen Entdeckung, von Pelztierjägern im Beringmeer endgültig ausgerottet.

Friedliche Riesen vor allem durch den Menschen bedroht

Obwohl Seekühe kaum natürliche Feinde haben, sind sie in den letzten Jahren doch sehr selten geworden und stehen momentan auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Ihr größter Feind ist dabei der Mensch. Der Amazonas Manati wird zum Beispiel gejagt, da seine Fettschichten ein energiereiches Nahrungsmittel sind. Gefährlich sind für Manatis und Dugongs auch Boote und Schiffe. Sie werden durch den Propeller verletzt oder durch Kollisionen getötet. Mehr als 1/5 der Todesfälle bei Manatis in Florida sind auf unliebsame Begegnungen mit Booten und Schiffen zurückzuführen. Zusätzlich gefährden die Abholzung der Amazonas-Regenwälder und Umweltverschmutzungen wie landwirtschaftliche Abwässer und (Plastik-)Müll das Überleben der Seekühe.

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Fotonachweis: Özi´s Comix Studio (Illustration), Julien Willem, CC By SA 3.0, via Wikimedia (Seekuh im Steckbrief), Nicocolll, CC by SA 4.0, via Wikimedia (Dugong), Pd via usws National Digital Library (Manati), Yiftach T, CC by SA 4.0, via Wikimedia (zwei Seekühe, die sich angucken)