Biodiversität spielt eine wichtige Rolle

Biodiversität

Artenreichtum hoch 10

Unzählige faszinierende Tier- und Pflanzenarten leben in den verschiedensten Lebensräumen der Welt. Rund 2/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in den Tropenwäldern. Bunt schillernde Vögel, farbenprächtige Blumen, Baumriesen, die weit in den Himmel ragen – eine einzigartige Vielfalt, die es zu schützen gilt! Wir sind angewiesen auf die Biodiversität auf der Erde und gleichzeitig ein Teil davon. Wie in einem Kartenhaus hat jede Tier- und Pflanzenart ihre Rolle und stabilisiert das System. Fehlen Glieder, kann das Kartenhaus Regenwald schnell instabil werden oder zusammenbrechen.

Schon gewusst?
  • Rund 2/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in den Tropenwäldern.
  • Schätzungen zu Folge kommen auf einem Hektar Regenwald etwa 18.000 Tier- und Pflanzenarten vor.  
  • Auf einem Hektar Regenwald findet man bis zu 280 verschiedene Baumarten. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es gerade einmal 90 Baumarten.

Hinter dem Begriff „Biodiversität" verbergen sich viele spannende Phänomene. Hätten Sie z.B. gewusst, dass manche Pflanzenarten so spezialisiert sind, dass sie nur von einer einzigen Tierart bestäubt werden können? So ist z. B. die Sternorchidee aus Madagaskar abhängig von einer einzigen Nachtfalterart, denn nur sie bestäubt die Orchidee. Oder wussten Sie, dass Biodiversität viel mehr als nur Artenvielfalt ist?!

Biodiversität zeigt sich nicht nur in den Lebensräumen tausende Kilometer weit weg, sondern auch bei unserem Gang in den Supermarkt! Wie ist diese Fülle an Obst- und Gemüsesorten möglich? Wo kommen einzelne Sorten ursprünglich her? Beeinflusst Biodiversität nicht sogar unseren Alltag? Diesen und vielen weitere spannenden Fragen widmen wir uns in den nächsten Abschnitten. 

Aktuelle Zahlen zum Schwund der Biodiversität, herausgegeben in 2019 vom Biodiversitätsrat IPBES

  • 100 Millionen Hektar tropischer Wald gingen zwischen 1980 und 2000 verloren. Hauptsächlich durch Viehzucht in Lateinamerika (um die 42 Millionen Hektar) und Plantagen in Süd-Ost-Asien (7,5 Millionen Hektar (davon 80 Prozent für Palmölpflanzungen)).
  • Zwischen 2000 und 2013 gingen 7 Prozent der intakten Wälder zurück.
  • Holzernten und Rodungen vernichteten rund 290 Millionen Hektar ursprünglichen Waldes zwischen 1990 und 2015. Im selben Zeitraum wurden 110 Millionen Hektar gepflanzt.
  • 75 Prozent der kontinentalen und 66 Prozent der marinen Naturräume hat der Mensch nachhaltig verändert.
  • Mehr als 400 „tote Zonen“ gibt es im Meer – ein größeres Gebiet als die Fläche Großbritanniens. Verantwortlich dafür: Düngemittel, die ins Meer geraten.
  • In 300 Jahren gingen 85 Prozent der Feuchtgebiete verloren. Dieser Rückgang verläuft aktuell dreimal schneller als der Waldschwund.

Fragen und Antworten zur Biodiversität

Was ist Biodiversität?

Unter Biodiversität versteht man die biologische Vielfalt des Lebens auf der Erde, die durch die Evolution entstanden ist und weiterhin entsteht. Biodiversität umfasst sowohl die Vielfalt der Lebensräume, Lebensgemeinschaften und Landschaften (Vielfalt der Ökosysteme), die Anzahl von Arten in einem Gebiet (Artenvielfalt), aber auch die Vielfalt innerhalb einer Art (Genetische Vielfalt).

Wie viele Arten gibt es auf der Welt?

Wenn es um Biodiversität geht, müssen wir natürlich auch von der Artenvielfalt sprechen. Es ist kaum zu glauben, aber die genaue Anzahl der Arten auf unserer Erde ist noch völlig unbekannt. Die meisten Schätzungen von Wissenschaftlern bewegen sich zwischen 5 und 10 Mio Arten weltweit, teilweise auch deutlich darüber. Der neuste Bericht des Internationalen Biodiversitätsrates (IBPES) (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) vermutet 8 Mio Tier- und Pflanzenarten. Diese Unklarheiten erklären sich damit, dass bislang nur ein Bruchteil von ca. 2 Mio Arten wissenschaftlich beschrieben worden ist, und jedes Jahr kommen zigtausende neue Arten dazu, viele davon aus dem tropischen Regenwald. Auf diesem Gebiet gibt es also noch viel zu tun!

Wie viele Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht?

Laut den Wissenschaftler von IBPES sind von den vermuteten 8 Mio Arten rund 1 Mio vom Aussterben bedroht! Es wird derzeit davon ausgegangen, dass mehrere Tausend Tier- und Pflanzenarten pro Jahr aussterben. Da die Erforschung neuer Arten außerdem nur langsam vorangeht, sind manche bereits vom Aussterben bedroht oder existieren sogar nicht mehr, bevor sie überhaupt entdeckt werden. Die jüngsten Zahlen sind erschreckend: 

  • Mehr als 40 Prozent der Amphibien
  • fast 33 Prozent der riffbildenden Korallen
  • mehr als ein Drittel der marinen Säugetiere
  • und etwa 10 Prozent des schwer zu erfassenden Insektenvorkommens sind gefährdet.

Ein Ökosystem kommt selten allein

Ein „Ökosystem" besteht aus einem Lebensraum und aus den Tieren und Pflanzen, die in ihm leben. Alle Bestandteile eines Ökosystems sind voneinander abhängig und erfüllen wichtige Funktionen. Wenn ein Bestandteil verändert wird oder sogar fehlt, so hat das Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Aber auch die Störung des Lebensraums (z. B. durch Erdbeben oder -rutsche sowie Überflutungen) beeinträchtigt Arten, die in ihm leben. Das ist besonders schlimm für diejenigen unter ihnen, die sich stark auf ihre Umgebung spezialisiert haben und nur in einem bestimmten Gebiet vorkommen. Denn für diese sogenannten „Endemiten“ ist der Erhalt dieses Systems überlebenswichtig. Erhält man also möglichst viele verschiedene Ökosysteme, so tut man auch der biologischen Vielfalt etwas Gutes und schützt viele Tier- und Pflanzenarten!

Von Blauwal bis Blattschneiderameise – die Vielfalt der Arten

Mit Artenvielfalt ist die Vielfalt aller Tier- und Pflanzenarten sowie alle Mikroorganismen und Pilze gemeint, die innerhalb eines Lebensraumes oder geographischen Gebietes vorkommen. So würde man im Nationalpark Sierra del Lacandón im Norden Guatemalas sowohl die kleinsten Mikroorganismen als auch die großen Baumriesen erfassen, wenn es um Artenvielfalt geht. 

Der Begriff Artenvielfalt wird fälschlicherweise oft gleichbedeutend zur Biodiversität verwendet, sie ist allerdings nur ein Teilaspekt der biologischen Vielfalt. Ob Arten bzw. Biotope ausgestorben, verschollen oder gefährdet sind, wird auf der „Roten Liste“ der Weltnaturschutzunion (IUCN) festgehalten. Dort wird derzeit fast 1/3 aller weltweit untersuchten Arten als gefährdet aufgelistet. Die tatsächliche Anzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten kann allerdings auch deutlich höher sein, da bislang nur ein recht kleiner Teil aller Arten von der IUCN überhaupt bewertet wurde. 
 

Keiner wie der andere – genetische Vielfalt als Herzstück

Die unterschiedlichen Gene aller Lebewesen zusammen mit deren DNA, also der Trägerin der Erbinformation, bilden die genetische Vielfalt der Biodiversität. Verschiedene Varianten dieser Gene (sogenannte Allele) können durch unterschiedliche Kombinationen zu unterschiedlichen Ausprägungen eines Merkmals bei Tieren, Pflanzen und Co führen. Dadurch entsteht zum Beispiel auch das eindrucksvolle Rote-Orange der Blüten des in den Tropen und Subtropen vorkommenden Korallenbaums. Erst durch die genetische Vielfalt ist es den Arten überhaupt möglich sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Gene derjenigen Tiere und Pflanzen, die am besten an ihre Umwelt angepasst sind, setzen sich in ihrer jeweiligen Nische durch. Diesen Vorgang nennt man auch “natürliche Auslese”. So haben z.B. auch Kolibris verschieden lange und unterschiedlich geformte Schnäbel. Manchmal sind es nur winzig kleine Unterschiede wie bspw. anders geformte Schuppen der Schlangenhaut, die den Unterschied zweier Arten ausmachen.


Wie verteilt sich die Biodiversität?

Nicht überall auf der Welt gibt es gleich viele Arten oder eine gleich hohe Biodiversität. Hoher Artenreichtum lässt sich insbesondere in der Nähe des Äquators beobachten, denn: Die Anzahl der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten nimmt vom Nord- und Südpol zum Äquator hin zu. So gibt es in extremen Lebensräumen wie Wüsten oder Regionen mit viel Eis verhältnismäßig wenige(r) Arten. Ein Gebiet ist außerdem artenreicher, je unterschiedlicher strukturiert die Lebensräume sind und je mehr Wechselbeziehungen zwischen Umweltfaktoren wie Nahrung, Feinden, Sonnenlicht, Temperatur und verschiedenen Arten entstehen. Solche sogenannten „Ökologischen Nischen“ gilt es dann zu besetzen. Je mehr dieser Nischen vorhanden sind, bzw. gebildet werden können, desto größer die mögliche Vielfalt. Ein tolles Beispiel für eine solche Nischenbesetzung sind Froscharten, die ihre Eier nur in den Trichtern bestimmter Bromelienarten ablegen. Ein kleiner Frosch z. B. zieht seinen Nachwuchs in Bromelien groß, die hoch oben in den Bäumen wachsen. Der Frosch wird daher auch Baumsteigerfrosch genannt. Der Froschnachwuchs ist in der Bromelie vor Fressfeinden sicher. Im Gegenzug erhält die Pflanze ihre Nährstoffe aus den Exkrementen der Tiere.
Aufgrund ganzjähriger warmer Temperaturen und hoher Niederschläge sowie der großen Anzahl an Nischen, sind die Ökosysteme entlang des Äquators, z. B. die tropischen Regenwälder, besonders artenreich.

Von Fachleuten wird der Tropengürtel aufgrund dieser Tatsache auch als „Breitengradient des Artenreichtums" bezeichnet. Schätzungen zufolge kommen in den Tropenwäldern 2/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten vor, obwohl diese Wälder nur etwa 12 % der Landfläche einnehmen. Von den marinen Lebensräumen beherbergen die tropischen Korallenriffe die größte Artenvielfalt. 

Der äquatornahe Alexander-von-Humboldt-Nationalpark im Südosten Kubas zum Beispiel ist Teil eines Biodiversitäts-Hotspots und ein wichtiges biologisches Refugium der Karibik. Eine der kleinsten Froscharten der Welt, das Monte-Iberia-Fröschchen und der kleinste Vogel der Welt, die Bienenelfe, leben in diesem Gebiet! OroVerde unterstützte die Gründung des Alexander-von-Humboldt Nationalparks und setzt sich vor Ort bereits seit über 20 Jahren für den Schutz der einmaligen und seltenen Artenvielfalt ein.
„Untersuchungen haben ergeben, dass über 90 % der Amphibienarten Kubas endemisch sind, das heißt sie kommen nur dort vor. Das Monte-Iberia-Fröschchen wurde bislang sogar nur im Alexander-von-Humboldt Nationalpark nachgewiesen, wo OroVerde seit vielen Jahren mit Partnern vor Ort zusammenarbeitet“, betont OroVerde-Mitarbeiter Martin Baumann. 

Hier tummelt sich besonders viel – Hotspots der Biodiversität

Geografische Gebiete, die sich durch eine extrem hohe Artenvielfalt auszeichnen und stark bedroht sind, werden als Biodiversitäts-Hotspots bezeichnet. In einem Hotspot müssen mindestens 1500 und somit 0,5 % aller Gefäßpflanzenarten (alle Pflanzen, außer den Moosen) endemisch sein: Das heißt sie kommen nur dort vor. Außerdem ist ein Hotspot laut einer Studie von Myers et al. dadurch charakterisiert, dass er bereits 70 % seiner ursprünglichen Vegetation verloren hat. Viele dieser Artenvielfalt-Oasen liegen in tropischen Waldgebieten, wo außergewöhnlich skurrile Tiere wie bspw. die farbenfrohen Paradiesvögel leben. Beim Balztanz singen, tanzen und posieren die Männchen, um die Weibchen zu beeindrucken. Das wirkt fast wie eine eigene „Show“, nicht nur für Vogelliebhaber.

In wenigen Schritten zur guten Tat.

Hotspots der Biodiversität

Eine Studie von Myers et al. (veröffentlicht 2000 im Fachmagazin „nature") legte 25 Biodiversitäts-Hotspots auf der ganzen Welt fest, bei welchen sich der Schutz aufgrund von Artenvielfalt und geringen Investitionen am meisten lohnt. Diese Bereiche machen nur rund 1,4 % der Landoberfläche der Erde aus, aber sie beherbergen 44 % aller Pflanzenarten und 35 % aller Wirbeltierarten. Leider sind viele der Gebiete mit hoher Biodiversität von Zerstörung bedroht. Die OroVerde-Schutzprojekte liegen daher zum Großteil in den Hotspots der Biodiversität, um zu retten, was zu retten ist.
So zum Beispiel auch das Projektgebiet in der Kernzone des Nationalparks Sierra del Lacandón in Guatemala – ein faszinierender Ort von atemberaubender Schönheit. Der Naranjitos-Regenwald beherbergt eine einzigartige Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Diesen Zustand will OroVerde bewahren und den wertvollen Regenwald vor weiterer Zerstörung schützen.


Wie wird die Artenvielfalt gemessen?

Wie artenreich bestimmte Gebiete tatsächlich sind, weiß man nicht unbedingt. Wissenschaftler auf der ganzen Welt untersuchen, überwachen und zählen Tiere, Pflanzen und Lebensräume. Als Spezialisten für ihr Fachgebiet versuchen sie so einen Überblick zu bekommen, wie viele verschiedene Arten es auf unserer Erde gibt. Aufbauend auf ihrem Know-how wird das entweder durch einfaches Zählen in der Natur, mithilfe von verschiedenen Geräten - z. B. Kamerafallen, die Fotos oder Videos von schwer zu beobachtenden Tieren schießen, gemacht. Oder man findet über komplizierte Berechnungen, die auf den bereits vorliegenden Zahlen beruhen, heraus, wie viele Arten sich in einem Gebiet etwa tummeln. Durch Ergebnisse von veröffentlichten Studien und anderen Aufzeichnungen können andere Institutionen dann alle Daten zusammentragen und bekommen so eine grobe Ahnung von der globalen Artenvielfalt.

Aktuelles Beispiel: Der Bericht des UN-Gremiums IBPES wurde so zum Beispiel in drei Jahren von 145 Fachleuten aus mehr als 50 Ländern und 310 weiteren Autoren verfasst. Sie wählten aus mehreren hunderttausend wissenschaftlichen und politischen Publikationen rund 15.000 der relevantesten aus, bewerteten sie und stellten die Beiträgen in einen Zusammenhang. So ergab sich ein Gesamtbild der Umwelt-Veränderungen der letzten 50 Jahre.



Was sind Bedrohungen für die Biodiversität?

Wir Menschen haben einen enormen Einfluss auf die globale Biodiversität und verändern Landökosysteme, Süßwasservorkommen und Meere. Grundliegend verantwortlich dafür sind u.a. die Verdopplung der Weltbevölkerung in den letzten 50 Jahren, ein gesteigertes Produktions- und Konsumverhalten, der forcierte Welthandel, die räumliche Trennung von Herstellung und Verbrauch vieler Güter und diverse technische Innovationen. Direkt äußern sich diese Ursachen wie folgt:

1. Zerschneidung von Lebensräumen

Dies ist eine der Hauptursa­chen für das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten. Gerade größere Tiere, wie der Tiger oder der Jaguar, benötigen große, zusammenhän­gende Flächen zum Über­leben. Wird ihnen dies durch Straßenbau und Ähnliches genommen, hat es weitreichende Folgen. Die Suche nach Partnern und Nahrung wird erschwert. So kann es passieren, dass manche Tiere immer wieder nur die gleichen Partner finden und es besteht eine hohe Gefahr von Inzucht. Beim Jaguar geht man beispielsweise davon aus, dass jedes männliche Tier eine Fläche von etwa 100 km² als Lebensraum benötigt

2. Intensive Flächennutzung durch die Land­wirtschaft

Immer mehr Ackerfläche und Platz für Industrieanlagen werden benötigt, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren und den erhöhten Energie­bedarf zu stillen. Großflächig wird dafür auch artenreicher Regenwald gerodet und so der Lebensraum von unzähligen Tieren und Pflanzen zerstört.

3. Massiver Holzeinschlag in den letzten (Ur-)Wäldern der Erde

Durch die Zerstörung von Wald­flächen, beispielsweise durch Rodung oder Holzeinschlag, gehen wichtige Lebensräume verloren. Der Verlust hat nicht nur Auswirkungen auf die Flora und Fauna, sondern auch auf das gesamte umliegende Ökosystem.

4. Begradigung und Eindämmung von Flüs­sen

Viele artenreiche Biotope können nur durch Überschwemmungen überleben. Durch die Be­bauung von Flussufern oder Begradigung von verzweigten Flusslandschaften gehen diese Überschwem­mungszonen verloren und das Ökosystem im und um das beeinträchtigte Gebiet gerät aus dem Gleichgewicht.

5. Zu hohe Schad- und Nährstoffgehalte in Wasser, Luft und Boden

Der häufige Einsatz von Düngemitteln belastet unsere Umwelt kontinuierlich.

a) Schadstoffe

Unsere Industrieanlagen und der übermäßige Verkehr bringen oft eine hohe Belastung durch Schadstoffe mit sich.

b) Überdüngung

Auch die Tier- und Pflanzenwelt verändert sich stark. Einzelne, daran angepasste Arten vermehren sich stark und verdrängen andere. 
 

 

 

 

 

6. Überfischung der Meere

Zu hohe Fang­quoten und schädliche Fangtechniken, wie Schleppnetze und Co, lassen unsere Meere im­mer leerer werden und beeinflussen die Nahrungskette im Ökosystem Meer massiv.

7. Klimawandel

Durch die Er­derwärmung verschieben sich die Klimazonen und heimische Tier- und Pflan­zenarten können langfri­stig nicht in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten überleben. Ihre eigentlich beeindruckende und gut ausgebildete Anpassungsfähigkeit gerät beim rasanten Voranschreiten des Klimawandels leider oft genug an ihre Grenzen.

8. Invasive Arten

Nicht­heimische Arten, die durch den Einfluss des Menschen in ein anderes Gebiet oder Land ge­bracht werden, verdrängen die dort lebenden, heimischen Arten. Im Bereich des Naturschutzes gelten diese sogenannten invasiven Arten weltweit nach der Habitatzerstörung als die zweitgrößte Gefährdung der Biologischen Vielfalt.

9. Wilderei/Jagd

Viele Tier- und Pflanzenarten sind durch Jagd und Wilderei in ihren Beständen bedroht. Einige Nashorn- und Elefantenarten waren aufgrund der Jagd schon am Rand der Ausrottung. 


Wie kann man die Biodiversität schützen?

Wir können die Biodiversität noch retten: Die Wissenschaftler des IPBES-Berichts fordern dafür einen globalen transformativen Wandel, der technologische, ökonomische und soziale Veränderungen beinhaltet – darunter fallen:

  • Ausbau der ökologischen Landwirtschaft – zum Beispiel durch Agroforstsysteme, die mittels einer vielfältigen und nachhaltigen Landwirtschaft Kleinbauern sowie Tieren und Pflanzen ein gesundes Leben ermöglichen.
  • Zivilgesellschaftliches Engagement wie die Fridays For Future-Demonstrationen von Jugendlichen auf der ganzen Welt. Die streikenden Jugendlichen stellen konkrete Klimaschutzziele an die Politik.
  • Nachhaltiger Städtebau, beispielsweise durch die Integration von Grünräumen, Lebensraum von Tieren und Pflanzen, in die Stadt.
  • Und last but not least ein tiefgreifender, globaler Wertewandel: Dazu gehört zum Beispiel, vielfältige Perspektiven, so etwa indigenes Wissen, in Umweltschutzprogramme und -projekte aufzunehmen. Das Paradigma des ökonomischen Wachstums, so die Wissenschaftler, müsse zugunsten nachthaltiger Finanzkonzepte überdacht werden.

Wie schützt OroVerde die Biodiversität?

Viele von den Forderungen, die der IPBES stellt, setzen wir von OroVerde in unseren Projekten schon um. Im Regenwaldschutzprojekt „WaldGewinn“ beispielsweise arbeiten wir gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung daran, eine sozialverträgliche Waldregenerierung in Guatemala zu ermöglichen und setzen dabei unter anderem auf den Anbau von Kakao in biodiversen Agroforstsystemen. Auch nachhaltige Anlageformen thematisiert OroVerde: Im Forschungsprojekt „Impact Investment“ wurde gemeinsam mit dem Global Nature Fund untersucht, ob gleichnamige Anlageformen als Alternativen zu klassischen Kapitalanlageprodukten neben der finanziellen Rendite auch positive ökologische und soziale Erfolge erzielen. Darüber hinaus setzen wir in zahlreichen Projekten viele der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Agenda 2030 um. Helfen Sie uns mit einer Spende, weiter für den Erhalt der Biodiversität einzutreten!

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Fotonachweis: K. Wothe (Titelbild, Frosch, Kronentaube, Aras, Chameleon, Berggorilla, Kolibri, Elefanten); Özi's Comix Studio (Grafiken); Klaus & Rita Niemeyer (gelber Baumsteigerfrosch); Raul Romero (Iberia-Fröschchen); Nature (Hots der Biodiversität)

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