Fledermausforschung Elisabeth-Kalko-Stiftung © Anita Freudmann

Forschungsprojekt 3

Nahrungsökologie und Verhalten von Robinson-Röhrennasenflughunden (Nyctimene robinsoni)

"Foraging ecology and behaviour of Eastern Tube-Nosed bats (Nyctimene robinsoni)"

Name des Forschers/der Forscherin:  Anita Freudmann

School of Earth, Environmental and Biological Sciences, Queensland University of Technology (QUT)

Projektlaufzeit: März 2016 –  September 2019

Flughunde und frugivore Fledermäuse haben Schlüsselrollen in der Aufrechterhaltung der Walddynamik und Regeneration von tropischen Regenwäldern. Sie erbringen wichtige ökosystemare Dienstleistungen wie Samenverbreitung und Bestäubung. Dennoch sind viele Arten, insbesondere kleinere Flughunde, relativ unerforscht.

Obwohl seit langem von der IUCN auf den Forschungsbedarf zur Ökologie und Verhalten der Röhrennasen-Flughunde (Pteropodidae: Nyctimeninae)hingewiesen wurde, gibt es bisher weder umfassende Studien zu Verhalten, Nahrungsspektrum oder Habitatnutzung, obgleich mehrere Arten als gefährdet eingestuft sind.

Ein umfassendes Verständnis von Habitatnutzung und Verhalten der Tiere bei der Nahrungssuche ist essentiell für effektive Schutz- und Managementmaßnahmen, insbesonderen in anthropogenen geprägten Landschaften, da Lebensraumverlust zu Veränderungen in der Verfügbarkeit und Verbreitung von wichtigen Resourcen wie Quartieren und Nahrung führt. Dies kann das Verhalten der Tiere bei der Nahrungssuche oder Quartierwahl beeinflussen, was einerseits Auswirkungen auf jene Pflanzen hat, welche auf die Bestäubung oder Samenverbreitung durch die Tiere angewiesen sind, und andererseits auch zu Konflikten mit Fruchtfarmern führen kann.

Robinson-Röhrennasenflughunde (Nyctimene robinsoni) sind vorwiegend in den Regenwäldern der australischen Nordostküste beheimatet. Da bisher kaum Untersuchungen über die Ökologie dieser Tiere vorliegen, werden im Rahmen dieses Projekts das Verhalten und Nahrungsspektrum der Art untersucht. Mittels GPS-Datenloggern erfolgt eine automatisierte Aufzeichnug der nächtlichen Bewegungsmuster, was eine Analyse der Habitatnutzung ermöglicht und Aufschlüsse über Streifgebiete gibt. Weiters werden die besenderten Tiere mittels Telemetrie in ihren Tagesquartieren aufgespürt, um für die Quartierwahl relevante Habitatparameter zu identifizieren und Habitatansprüche zu charakterisieren.

Die Analyse von Pollenabstrichen aus dem Fell und Bestimmung der konsumierten Früchte  anhand genetischer  Untersuchung von Kotproben (mittels DNA-Metabarcoding) wird die Rolle der Tiere als Samenverbreiter und möglicherweise fakultative Bestäuber in den Regenwäldern Australiens beleuchten.