Tropenholz Regenwald Holzstapel

Tropenholz

Es gibt gute Alternativen

Eigentlich ist Holz ein toller Rohstoff. Ganz besonders Tropenholz. Anders als Erdöl oder Aluminium wächst der Rohstoff Holz nach und ist nicht „endlich“. Zudem ist er, im Gegensatz zu Plastik, zu 100 Prozent ökologisch abbaubar. Auch lässt er sich sehr vielseitig einsetzen. Kein Wunder also, dass Holz so oft genutzt wird! Nach Angaben der Food and Agriculture Organization (FAO) wurden 2014 weltweit rund 3,7 Milliarden Kubikmeter Holz, aus Wäldern und Plantagen geerntet. Die wichtigsten Exporteure von Tropenholz sind dabei Malaysia, Papua-Neuguinea, Indonesien, Myanmar und Thailand und in Südamerika liegt Brasilien vorn. Aber welche Auswirkungen hat seine Nutzung? Sollte man auf den Kauf von Tropenholz verzichten oder gibt es gute Siegel als Orientierungshilfe?

Schon gewusst?
  • Schätzungen zufolge ist fast die Hälfte des gesamten Handels mit tropischem Holz als illegal einzustufen.
  • 2014 ging etwa die Hälfte des weltweit geernteten Holzes aus Wäldern und Plantagen (1,86 Mrd. m3) in die energetische Nutzung (Feuerholz, Holzkohle, Holzpellets). Die andere Hälfte (1,84 Mrd. m3) wurde zu industriellen Holzprodukten verarbeitet (inkl. Papier).
  • Unkontrollierter bzw. nicht nachhaltiger Holzeinschlag bringt Ökosysteme ins Wanken und gefährdet die wertvolle Biodiversität.

Das Holz für alltägliche Produkte stammt unter anderem auch aus den Tropen. Dabei bringen die Rodung von Holz und der Handel mit Tropenholz viele Probleme mit sich. Über diese Probleme erfahren Sie auf diesen Seiten mehr. Auch die Politik beschäftigt sich bereits mit diesem herausfordernden Thema. Eine wirksame global Lösung existiert aber noch nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie als Verbraucher bewusst handeln und Ihre Macht als König Kunde nutzen!

Das Hauptproblem besteht darin, dass ein großer Teil des Tropenholzes illegal gerodet und gehandelt wird. Je nach Einschlagsart wird artenreicher Regenwald stark beschädigt oder sogar komplett ausgelöscht! In Tropenwäldern, und damit in Tropenholz, sind außerdem große Mengen Kohlenstoff gespeichert. Wird die gesamte Vegetation entfernt und unbrauchbare Reste abgebrannt, bedeutet das besonders viel freigesetztes CO2. Das beschleunigt den Klimawandel! Neben all den negativen Auswirkungen darf man jedoch eine Tatsache nicht ignorieren: Für die Menschen vor Ort stellt die Holzgewinnung nicht selten eine wichtige Lebensgrundlage dar. Genau hier setzt die Arbeit von OroVerde an! 

Fragen und Antworten zu Tropenholz

Warum ist Tropenholz so beliebt?

Aufgrund des warmen und feuchten Klimas in tropischen Wäldern wird das tropische Holz während des Wachstumsprozesses ziemlich widerstandsfähig und hart. Außerdem ist es auch wegen seiner eher homogenen und feinen Maserung sowie wegen der Farbgebung des Holzes besonders beliebt. Aber man kann durchaus auch auf heimische Holzarten, wie z.B. Buche oder Eiche zurückgreifen. Sie erfüllen diese Anforderungen ebenso. Mittlerweile gibt es spezielle Behandlungsmöglichkeiten, die heimisches Holz noch robuster machen!


Was wird aus Tropenholz hergestellt?

Holz wird überall in verschiedensten Formen verwendet: Holz aus den Tropen kommt unbehandelt oder unterschiedlich behandelt und weiterverarbeitet als Brennholz, Rundholz, Schnittholz, Furnier oder Sperrholz zum Einsatz. Holz wird unter anderem für den Bau von Häusern und in der Möbel- und Produktherstellung benötigt. Etwa 1/5 des genutzten Holzes geht außerdem in die Papierherstellung. Die Ressource Holz wird global produziert und gehandelt. So nutzen wir in Europa und Deutschland für die verschiedenen Verwendungszwecke viel europäisches Holz sowie Holz aus gemäßigten Breiten. Aber auch Tropenholz kommt bei uns zum Einsatz.

Weitere Fakten und tiefgehende Informationen zu diesem Thema finden Sie im OroVerde-Positionspapier "Tropenholz - Weltweiter Handel und lokale Folgen".

Im internationalen Holzhandel teilt man Holz meist in vier Produktbereiche auf:

  • Unter Rundholz versteht man in der Regel ganze Baumstämme.
  • Schnittholz sind längs in Scheiben geschnittene Baumstämme. Die Kanten sind nicht bearbeitet. 
  • Furniere sind dünne Blätter von wertvollem Holz, die auf weniger wertvolles Holz als äußere Schicht aufgebracht werden. Beispiel: Ein Schrank mit einem Deckfurnier aus Kirschholz.
  • Sperrholz besteht aus mehreren dünnen Holzplatten, die aufeinander geleimt sind. Es wird meist für Regale oder andere Möbel verwendet.

Welches Holz gelangt zu uns?

Die am häufigsten nach Deutschland importierten Tropenholzprodukte waren im Jahr 2015 Holzfertigwaren wie Haushaltsgegenstände, Möbel etc. sowie Sperrholz und sogenannte Holzhalbwaren. Es handelt sich dabei um Holzprodukte, die noch verarbeitet werden.

Tropenholzimporte Deutschlands

Deutschland hat 2015 Tropenholz(-produkte) in einer Menge von 1,3 Millionen Kubikmeter Rohholzäquivalenten eingeführt. Die Angabe Rohholzäquivalente dient als Maßeinheit, um die Mengen an Rohholz (nicht verarbeitetes Holz) vergleichen zu können, die für die Herstellung verschiedener holzbasierter Roh-, Halb- oder Fertigwaren benötigt werden. Dabei sind Bearbeitungsverluste des Tropenholzes und Verschnitt im Sägewerk einberechnet.

Tropenholzimporte der EU

2014 importierte die EU Holz aus unterschiedlichen Weltregionen. 2013 hatte die EU im internationalen Vergleich 12 Prozent der globalen Tropenholzprodukte importiert. Knapp 10 Jahre davor war es prozentual noch doppelt so viel. Eines der Länder, aus denen die EU weiterhin Tropenholz (-produkte) bezieht, ist Brasilien. Von dort kamen im Jahr 2010 zwar nur etwa 2 Prozent der europäischen Rundholzimporte, jedoch immerhin 25 Prozent der Schnittholz-, 20 Prozent der Furnierholz- und 42 Prozent der Sperrholzimporte.

Wie wird Tropenholz gewonnen?

Es wird auf verschiedene Arten, mit jeweils unterschiedlichen Auswirkungen, eingeschlagen. Dabei hat vor allem der Kahlschlag schwerwiegende ökologische Folgen.

  • Beim Kahlschlag wird eine Fläche tropischen Regenwaldes komplett gerodet. Später werden dort oft Plantagen mit Eukalyptus, Ölpalmen oder Soja angelegt.
  • Beim selektiven Holzeinschlag, der mindestens 20 Prozent aller tropischen Regenwälder betrifft,  werden einzelne Bäume bestimmter Arten oder Bäume eines bestimmten Umfangs oder Alters gefällt.
  • Ein weiterer Teil der Tropenhölzer stammt von eigens angelegten Plantagen, häufig als Monokultur mit nur einer Baumart bestückt. Sie werden nach relativ kurzen Intervallen zeitgleich geerntet , was einem Kahlschlag sehr nahe kommt.

Wie geht es weiter?

Obwohl seine Nutzung fragwürdig ist, ist Tropenholz weiterhin beliebt. Aber auch, wenn es noch große Herausforderungen im Kampf gegen den Handel mit Hölzern aus illegalen Quellen gibt, ist das kein Grund die Hoffnung aufzugeben. Es gibt bereits Pilotprojekte, die eine nachhaltige Entwicklung fördern und somit die wichtige Herausforderung annehmen, etwas zu ändern.

Außerdem hat jeder Einzelne von uns Einfluss, etwas zum Positiven zu verändern. Indem Sie sich auf dieser Seite informieren, haben Sie bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht! Erfahren Sie in den Handlungsempfehlungen von OroVerde, worauf Sie beim Holzkauf genau achten sollten.

Informieren & Weitersagen

Machen Sie das Thema "Tropenholz" zum Hingucker und motivieren Sie Mitmenschen zum Umdenken mit Hilfe unserer Postkarten-Motive rund um das Thema Tropenwald-Abholzung:

Köpfe zusammenstecken statt Kopf in den Sand stecken!

Unter Beachtung bestimmter Kriterien kann eine nachhaltige Waldbewirtschaftung funktionieren: OroVerde zeigt im Pilotprojekt WaldGewinn, wie es geht. Ziel des Projektes ist es, Waldregenerierung und -schutz langfristig zu fördern und gleichzeitig alternative Einkommensquellen für die Bevölkerung vor Ort zu schaffen. Der nachhaltige Holzanbau ist ein Weg, um dies zu erreichen.

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Projektförderung

Das Erstellen der Online-Verbrauchertipps wird gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL aus Mitteln des BMZ.

Fotonachweis: K. Wothe (geschlagene Baumstämme); Özi's Comix Studio (Grafiken); Klimkin via Pixabay (Möbel); CentrArredo via pixabay (Werkzeuge)

Noch Fragen zum Projekt?

Dr. Elke Mannigel
Teamleitung Internationale Projekte
Telefon: 0228 24290-12
E-Mail: emannigel@oroverde.de