Grillkohle ©OroVerde

Tropenholz in Grillkohle

Besser Bio-Holzkohle kaufen

Grillen ist der Sommerhit. Grillen gehört zum Sommer ebenso wie Sonnenbrille und Vanilleeis. Die Deutschen könnte man sogar schon fast als "Grill-Weltmeister" bezeichnen: Etwa 95% aller Haushalte besitzen einen Grill. Doch was kommt drauf auf den Grill? Und womit machen Sie Feuer? Welche Grillkohle ist gut? OroVerde gibt ihnen Tipps, wie Sie Freude am Grillen haben und gleichzeitig auf die Umwelt achten.

Schon gewusst?
  • Rund 215 000 Tonnen Holzkohle haben deutsche Unternehmen im Jahr 2017 importiert. Das waren nach vorläufigen Ergebnissen mengenmäßig fast 6 % mehr als im Jahr 2016. 
  • Die wichtigsten Lieferländer sind Polen, Nigeria, Paraguay und die Ukraine.
  • Ein Test des WWF im Sommer 2018 zeigte: 61 % der getesteten Produkte sind risikobehaftet, weil sie zum Beispiel aus Regionen mit umfangreichem illegalen Holzeinschlag stammen oder die verwendeten Hölzer falsch deklariert wurden.
  • In fast jedem zweiten Produkt (42 Prozent) wurde Tropenholz gefunden. Aufdrucke wie „kein Tropenholz“, „Naturprodukt“ oder „aus natürlicher Herkunft“ sind keine Garantie für Tropenwaldfreie Holzkohle! Darum unbedingt auf das Naturland- oder FSC- Siegel achten oder Holzfrei grillen.

Die fehlende Transparenz in Bezug auf die Herkunft der Inhaltsstoffe für dieses Produkt macht dem Verbraucher einen bewussten Verzicht auf Holzkohle mit Tropenholz nicht leicht. Vergewissern Sie sich daher, aus welchem Holz die Holzkohle für Ihren Gartengrill hergestellt wurde. Die bessere Alternative ist Holzkohle mit FSC-Siegel aus heimischen Hölzern, oder aus Abfallprodukten, wie z.B. Olivenkernen, die bei der Verarbeitung von Oliven anfallen. OroVerde gibt Ihnen darüber hinaus Tipps, wie Sie bewusst grillen und die Umwelt dabei schonen.

Fragen und Antworten zum Thema "Tropenwald in Grillkohle"

Welche Grillkohle ist besser?

Was vom Maiskolben übrig bleibt, wenn die Körner abgepult sind, ist wunderbares Grillmaterial. Die getrockneten Maisspindelnd aus der industriellen Körnermaisherstellung können jetzt als nachhaltiger Grillkohle-Ersatz gekauft werden, z.B. MAISTER-Grillkolben von ClouBBQ. Die Kolben brennen bis zu 800 Grad heiß und sollen weniger rauchen als herkömmliche Holzkohle. Auch mit einem anderen Abfallprodukt lässt sich prima grillen: mit Olivenkernen aus der Olivenölproduktion aus Südeuropa, z.B. von OlioBric. Wenn es Holzkohle sein soll, dann nur aus heimischen Hölzern mit Naturland- oder FSC-Siegel, NERO Grillkohle aus Buchen-und Eichenholz aus Baden-Württemberg mit dem Naturland-Biosiegel. Übrigens: Das DIN-Prüfzeichen zeigt nur an, dass die Holzkohle keine Schadstoffe wie Pech, Erdöl oder Kunststoffe enthält.


Wie wird Grillkohle angezündet?

Benzin oder chemische Grillanzünder setzen beim Abbrennen gesundheitsschädliche Stoffe frei. Die umweltfreundlichen Alternativen aus Spänen, Pressholz und Wachs sind da gesünder. Es gilt die Faustregel: Grillgut erst auflegen, wenn der Anzünder vollständig verbrannt ist.


Welches Fleisch kann ich grillen?

Billig-Fleisch aus Massentierhaltung ist ein Regenwald-Fresser. Denn das Soja für das Futter stammt auch aus Monokulturplantagen in Brasilien, für die Viehweiden, Ackerland und Amazonasregenwald weichen mussten. Bio-Fleisch aus heimischen Betrieben dagegen schützt den Regenwald! Hier kann man auf die Bioland, Naturland, Demeter oder Neuland-Logos achten, um eine Fütterung mit Soja– noch dazu gentechnisch verändertem Soja – zu vermeiden. Das EU-Bio-Siegel reicht da leider nicht aus. Wer es genau wissen möchte, macht sich in dem neuen OroVerde-Positionspapier zu Soja und Fleisch schlau.


Ohne Fleisch grillen - geht das?

Klar funktioniert das! Es muss nicht immer nur Fleisch sein. Gemüsespieße, Grillkäse, mit Schafskäse gefüllte Paprika, Champignons mit Kräuterbutter, Zucchinischeiben oder Maiskolben machen den Grillabend richtig bunt und abwechslungsreich. Der besondere Nachtisch kommt dann auch vom Grill: einfach Aprikose, Pfirsich, Nektarine, Erdbeere, Rhabarber oder Lieblingsfrüchte in ein Bananenblatt wickeln (gibt’s im Asialaden), mit einem Zahnstocher feststecken, auf den Grill packen und erhitzen; dann den warmen Früchte-Kompott mit einer Kugel Vanilleeis servieren. Lecker! 


Wie lässt sich Müll beim Grillen reduzieren?

Müllberge sind nicht schön und verschwenden viele Ressourcen. Die Rohstoffe für Plastikbesteck (Erdöl) und Allu-Grillschalen (Bauxit) lagern oft in Regenwaldgebieten. Für deren Gewinnung werden riesige Waldflächen abgeholzt oder verschmutzt, z.B. im Amazonasregenwald Brasiliens und Ecuador. Alternativen zu Alufolie und Grillschalen sind zum Beispiel Backpapier, wiederverwertbare Edelstahlschalen, Bananen- oder Kohlblätter, gusseiserne Pfannen oder einfach eine kleine Auflaufform mit Deckel. 

Das könnte Sie auch interessieren:
  • OroVerde gibt Ihnen weitere Verbrauchertipps, so etwa zu den Themen Papier, Soja und Fleisch, Palmöl und mehr. Hier finden Sie die Verbrauchertipps übersichtlich zusammengestellt.
  • OroVerde erläutert umfassend die Zusammenhänge zwischen dem Lebensraum Regenwald, seinem Schutz, seiner Zerstörung und Wiederaufforstung. Tauchen Sie ein in eine spannende Welt mit Regenwald-Wissen.
  • Regenwaldschutz ist Klimaschutz. OroVerde führt Projekte an Schulen  zur Umweltbildung und vor Ort im Regenwald zum Schutz der Tropenwälder aus. Hier finden Sie eine Übersicht aller Projekte.