Regenwaldschutz hat viele Gesichter

Regenwaldschutz

6 gute Gründe den Regenwald zu schützen

Die außergewöhnlich hohe Artenvielfalt an spannenden Tieren und Pflanzen im tropischen Regenwald fasziniert uns immer wieder. Unzählige Bäume und andere Pflanzen punkten mit ihrer Rolle für die Stabilisierung des Klimas. Tausende Lebewesen aus dem Regenwald finden Beachtung als Vorbild für Forschung und technische Entwicklungen. Uralte indigene Völker beeindrucken mit ihrem Wissen über ihre Umwelt und die Natur. Essbare Pflanzen, die ursprünglich aus den Tropen stammen, sind heute fester Bestandteil unserer Ernährung. Gründe für den Regenwaldschutz gibt es viele! Wer noch nach guten Argumenten zu der Frage „Warum soll man den Regenwald retten?“ sucht oder genau wissen will "Wie kann ich den Regenwald schützen?", ist auf dieser Seite genau richtig. 

Schon gewusst?
  • Jeder Baum speichert Kohlenstoff. Stell dir ein Fußballfeld voller Bäume vor in den Tropen. Dieser kleine Wald speichert die CO2-Menge, die von 59 Deutschen im Jahr produziert wird.
  • Im Wildschutzgebiet Bocas del Polochic leben etwa 782 verschiedene Tierarten.
  • Echtes amerikanisches Mahagoni (Swietenia macrophylla) wächst in den Tropen ziemlich schnell. Nach 10 Jahren haben die Bäume auf Brusthöhe schon einen Durchmesser von über 20 cm. Sie können dann bereits über 15 m hoch sein! Gute Chancen für eine nachhaltige Waldwirtschaft!

Fragen und Antworten zum Regenwaldschutz

Warum soll man den Regenwald schützen?

Es gibt 6 gute Gründe den Regenwald zu schützen:

1. Der tropische Regenwald ist Lebensraum von Tieren und Pflanzen

Regenwälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Exotische und faszinierende Tiere und Pflanzen gibt es hier in Hülle und Fülle. Selten findet man sonst auf der Welt eine solch bunte und spannende Artenvielfalt. In Tropenwäldern sind etwa 2/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten zuhause. Leider sind viele dieser Arten bereits vom Aussterben bedroht. Es wird z.B. geschätzt, dass nur noch 440 - 680 Tiere des stark gefährdeten Sumatra-Tigers im Regenwald Sumatras leben.

... und Heimat von Menschen

Aber nicht nur Tiere und Pflanzen sind im Regenwald beheimatet - auch zahlreiche Menschen sind dort zu Hause. Manche indigenen Völker ernähren sich hauptsächlich von den Rohstoffen, die der Wald ihnen liefert. Beispielsweise von der uns bekannten Banane oder von Maniok. Neben der Nahrung bekommen sie auch sonst vieles, was sie zum Leben brauchen, aus ihrer Umgebung: Materialien für ihre Häuser, Naturprodukte für ihre Jagdwaffen, Grundstoffe aus Pflanzen für ihre Medizin und noch vieles mehr. Ebenso wie die Tiere und Pflanzen brauchen diese Menschen den Regenwald zum Überleben.

2. Aus dem Regenwald kommen viele Grundstoffe für unsere Medikamente: Medizin aus dem Regenwald

Viele Heilmittel, die in unseren Tabletten, Salben und Co. stecken, kommen ursprünglich aus der Natur. Jedes 4. Medikament aus unserer Apotheke enthält mittlerweile Substanzen, die aus Waldpflanzen entwickelt wurden. So wird z.B. die heutzutage häufig genutzte chemischen Verbindungen Chinin aus tropischen Pflanzen, wie dem Chinarindenbaum gewonnen. Vor der Produktion synthetischer Präparate galt es als einziges Mittel um Fieber zu senken und Malaria zu bekämpfen. 

Hoffnung Regenwald
Die unglaubliche Diversität der Pflanzen und Tiere im Regenwald, bildet die wertvolle Grundlage für unsere Medizin. Ohne die Natur - und insbesondere ohne den Regenwald - könnten wir heute deutlich weniger Medikamente in der Apotheke kaufen.
Forscher hoffen sogar darauf, in Zukunft Heilmittel gegen Krebs oder unheilbare Krankheiten wie AIDS im Regenwald zu finden. Einem US-amerikanischen Pharmaunternehmen ist es gelungen aus dem Toxin einer Froschart aus Ecuador ein Schmerzmittel herzustellen. Es wird geschätzt, dass es das bisher wirksamste Medikamente seiner Art sei, etwa 200-fach wirkungsvoller als Morphium. Die Apotheke Regenwald hält noch spannende Geheimnisse für uns bereit! Es ist also einer der Gründe, warum es so wichtig ist, den Regenwald zu schützen! 

3. Der Regenwald speichert das Treibhausgas CO2 in Form von Kohlenstoff und stabilisiert damit das Klima.

Wissenschaftler nehmen an, dass die Schneemenge der Alpen in den nächsten Jahren aufgrund des Klimawandels abnehmen wird. Auch Eiskappen und Gletscher schmelzen. Zudem häufen sich Starkregenereignisse und Hitzewellen. Es ist ganz klar: Das Klima ist dabei sich zu verändern. Unsere Erde heizt sich langsam auf. Schuld daran ist der gasförmige Stoff Kohlenstoffdioxid (CO2). Damit ist nicht der natürliche Anteil in der Luft gemeint, der unter anderem auch ein wichtiges Treibhausgas und für uns überlebenswichtig ist, sondern vielmehr der „unnatürliche“, zusätzliche Anteil: Verschiedene menschliche Aktivitäten – insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger – bewirken einen Anstieg des Gases in der Erdatmosphäre. Dieser führt zu einer Verstärkung des sogenannten Treibhauseffektes, was wiederum die Ursache für die aktuelle globale Erwärmung ist. Die Folgen der Erderwärmung sind unter anderem längere und häufigere Dürren, Hungersnöte, Stürme oder Überschwemmungen.

Jeder Baum speichert CO2
Die Wälder der Erde, vor allem tropische Regenwälder, spielen mit ihren Bäumen und anderen Pflanzen beim Klimawandel eine entscheidende Rolle. Beim Wachstum binden sie aus der Atmosphäre große Mengen an CO2 in Form von Kohlenstoff und speichern ihn in ihrer Biomasse. Bei diesem Prozess setzen sie außerdem den für uns lebenswichtigen Sauerstoff frei. Die Zerstörung der Wälder wiederum setzt große Mengen an CO2 frei und trägt somit zur globalen Erwärmung bei. 

Ein Appell für den Klimaschutz

„Wenn wir den Regenwald schützen und verlorene Wälder regenerieren, leisten wir einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.", appelliert OroVerde-Mitarbeiterin Linda Rohnstock.

4. Der Regenwald ist ein Vorbild für unsere Forschung und technische Entwicklung.

Tiere und Pflanzen waren schon immer ein Vorbild für unsere Erfindungen. Ohne Vögel hätte der Mensch vermutlich nie fliegen gelernt, ohne Bienen würde es heute vielleicht keine Spritzen geben, ohne Frösche würden wir wahrscheinlich niemals mit Schwimmflossen schwimmen und ohne die Klette müssten wir heute alle Schuhe mit Schnürsenkeln binden. Es finden sich zahlreiche Beispiele aus der Natur. Die Vielfalt biologischer Vorbilder bietet Forschern eine nahezu grenzenlose Sammlung an spezifischen Antworten auf technische Fragestellungen. In der Bionik beschäftigen sich Wissenschaftler damit, Phänomene der Natur auf die Technik zu übertragen, um so die natürlich optimierten Prozesse und Strukturen nachzuahmen. Heutige Zukunftsvisionen können in ein paar Jahren mithilfe unserer Umwelt vielleicht schon Wirklichkeit sein. Wer weiß, wie wir uns in Zukunft fortbewegen oder miteinander in Kontakt treten werden. Was wir alles noch erfinden werden, kann keiner vorhersagen.

Bionik aus dem Regenwald

Eins ist sicher: Vom Regenwald können wir uns noch viele Ideen und Anregungen für neue Erfindungen abschauen. Denn hier leben zahlreiche Tiere und Pflanzen mit beeindruckenden Fähigkeiten! 
So zum Beispiel auch der Gecko: Mit Milliarden von Nanohärchen an seinen Füßen kann er sogar steile oder senkrechte Wände hochlaufen! Diese Haftfähigkeit macht man sich für Klebefolie, die sich rückstandslos entfernen lässt, oder bei der Befestigung von Beinprothesen zunutze.  
Durch dieses Forschungsfeld können neue technische Erfindungen entstehen, die uns das Leben erleichtern. 

5. Der Regenwald als große „Speisekammer“ 

Von den rund 250.000 bis 300.000 bekannten Pflanzenarten weltweit sind rund 4% (10.000-12.000) essbar. Aber der größte Teil der Ernährung basiert auf lediglich 3 Pflanzenarten - Weizen, Reis und Mais.  
Viele unserer alltäglichen Nahrungsmittel stammen ursprünglich aus dem Regenwald. So auch die Banane, eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt – sie hat ihren Ursprung in den Regenwäldern Südostasiens.   Aber auch Kakao, Tomaten, Ingwer, Vanille und Zimt würden neben vielen weiteren Nahrungsmitteln in den Supermarkt-Regalen fehlen, wären sie nicht irgendwann einmal im Regenwald entdeckt worden. 

Ein breites Nahrungsangebot und unzählige Gemüse- und Obstsorten mit positiven gesundheitlichen Eigenschaften – beides haben wir dem Regenwald zu verdanken.

Sie wollen helfen und auch einen Beitrag zum Schutz der wertvollen und artenreichen Regenwälder leisten? Informieren Sie sich jetzt oder spenden Sie für unsere Schutz-Projekte!

6. Der Regenwald als großer Wasserspeicher

Der Regenwald treibt den Wasserkreislauf an, schützt vor Dürrekatastrophen und generiert die Regenmassen, die anderswo auf der Welt z.B. Landwirtschaft erst ermöglichen. 
Das Land verliert aufgrund von physikalischen Gesetzen - v.a. der Schwerkraft - das meiste Wasser in Richtung Meer. Diese Wassermengen müssen nachkommen, damit die Landmassen nicht austrocknen.  Die Wolken, die sich über dem Meereswasser bilden, regnen zwar an Land ab, aber über nicht bewaldeten Flächen reicht diese Entfernung gerade einmal einige 100 km weit. Hier spielen Wälder eine große Rolle: Erst große Waldgebiete sind der Grund dafür, dass die Feuchtigkeit auch über viel größere Entfernungen landeinwärts getragen wird. 


Wie kann man den Regenwald schützen?

Wenn man die eigene Kultur und den eigenen Lebensstil kritisch hinterfragt und globale Auswirkungen des eigenen Handelns erkennt, dann ist das bereits ein guter Schritt in Richtung Regenwaldschutz. Eine Verhaltensänderung der Menschen in Industrie- und in den Entwicklungsländern ist Grundlage für eine Verbesserung dieser Problematik. 
Verstärkte Anstrengungen vor Ort sind aber mindestens genauso wichtig, wie die Bildung und Information über die Zerstörung des Regenwaldes und was jeder von uns dagegen tun kann.
 
Jeder kann helfen! Und das ganz einfach durch:

Wie kann Regenwaldschutz aussehen?

Regenwaldschutz hat viele Gesichter: Ob es die Familie ist, die auf Recyclingpapier setzt, der Spender, der für Regenwaldschutzprojekte spendet oder die Stiftung, die vor Ort die Projekte durchführt - sie alle schützen den Regenwald! Wenn Sie erfahren wollen, wie genau Regenwalschutz vor Ort aussieht und was genau in den Projekten vor Ort passiert, lesen Sie bei unseren Regenwalschutz-Projekten vor Ort nach und machen Sie sich beispielhaft ein Bild, wie es in der Praxis aussehen kann.

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Sie haben noch Fragen zum Regenwaldschutz?

Wir helfen Ihnen gerne weiter!
OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
Telefon: 0228 24290-0
E-Mail: info@oroverde.de