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IPBES-Bericht: Artensterben und Waldvernichtung entwickeln sich alarmierend

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES hat den umfassenden „Globalen Bericht zum Zustand der Natur“ veröffentlicht. Als Rückblick auf die letzten 50 Jahre beleuchtet er die gravierenden Auswirkungen, die die ökonomische Entwicklung auf die Natur hat und liefert Handlungsempfehlungen für die Zukunft. Wir von OroVerde geben Verbrauchertipps für den Alltag.

14 Jahre nach der letzten vergleichbar großen Veröffentlichung zum Themenbereich, dem „Millenium Ecosystem Assessment“, macht das UN-Gremium IBPES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) seinen Bericht öffentlich. Er warnt, dass sich der Ausstoß von Treibhausgasen seit den 1980ern verdoppelt und die globale Durchschnittstemperatur um mindestens 0,7°C angehoben habe – mit weitgreifenden Auswirkungen für Klima und Umwelt. Von den acht Millionen Tier- und Pflanzenarten auf unserem Planeten sind so eine Million, mehr als jemals zuvor, vom Aussterben bedroht. 40 Prozent der Amphibien, fast 33 Prozent der riffbildenden Korallen und mehr als ein Drittel der marinen Säugetiere sind stark gefährdet. Seit dem 16. Jahrhundert starben so bereits 680 Wirbeltierarten durch menschlichen Einfluss aus.

In den Bericht, an dem hunderte internationale Experten arbeiteten, wurde erstmals auch lokales und indigenes Wissen aufgenommen. IPBES, das Pendant zum Weltklimarat IPCC, nennt die fünf direkten Verursacher natürlichen Wandels mit den größten globalen Auswirkungen:

  • Veränderungen der Land- und Meeresnutzung
  • direkte Nutzung von Organismen
  • klimatische Veränderungen
  • Verschmutzung
  • invasive gebietsfremde Arten

Aber auch indirekte Treiber wie soziale und politische Rahmenbedingungen, demographischer Wandel oder technologische Entwicklungen werden als zentral bewertet.

Drastischer Anstieg der Holzproduktion

Der Mensch, erklärt der Bericht, verändere mit seinem Handeln und Wirtschaften die Natur in extremer Art und Weise: städtische Gebiete verdoppelten sich seit 1992, 75 Prozent der Naturräume auf den Kontinenten und 66 Prozent in den Meeren erlebten starke Veränderungen. In Bezug auf den globalen Waldbestand vermeldet IPBES etwa, dass sich die Holzproduktion, von der mehr als zwei Milliarden Menschen für ihre grundlegenden Energiebedürfnisse abhängen, von 1970 bis heute um 45 Prozent steigerte. Zehn bis 15 Prozent des Holzes stammen dabei aus illegaler Forstwirtschaft, in Teilen der Erde sogar bis zu 50 Prozent. Die Anzahl intakter Wälder als eine gravierende Folge verringerte sich so zwischen den Jahren 2000 und 2013 um sieben Prozent.

Rund zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in den Tropenwäldern. Auch hier findet die massive Abholzung der Wälder statt. Daher ist es wichtig, dass jeder jeden Tag etwas dagegen tut. Wie das funktionieren kann, erklären wir von OroVerde in unseren Verbrauchertipps zum Thema Tropenholz.  Wir weisen darin auf die Folgen des massiven Holzeinschlags im Regenwald hin und raten dazu, ganz auf Tropenholz zu verzichten. Unsere Holzaustauschliste zeigt auf, welches tropische Holz durch heimisches Holz ersetzt werden kann.

Jetzt Initiative ergreifen

Der IPBES-Vorsitzende Sir Robert Watson hat dennoch auch eine positive Botschaft: „Durch transformativen Wandel“ wie technologische, ökonomische und soziale Veränderungen, so Watson, könne die Natur immer noch erhalten, wiederhergestellt und nachhaltig genutzt werden. Der Bericht präsentiert so illustrativ auch eine ganze Liste an bereits bestehenden und potenziellen politischen und gesellschaftlichen Initiativen zur Bewahrung der Umwelt wie etwa geschützte Meeresgebiete, die Integration von Grünräumen in Städten oder die Schulstreiks von Fridays For Future. Um einen weitgreifenden Wandel zu erzielen, fordern die Autoren einen globalen Wertewandel, der möglichst viele Sichtweisen beinhaltet, eine Abkehr vom Paradigma des ökonomischen Wachstums und eine Priorisierung der Artenvielfalt.

In den Projekten von OroVerde ist der Erhalt der Biodiversität ein ganz zentraler Punkt, wie etwa in dem Schutzprojekt „Ich schenk´ dir ein Stück Regenwald“ im Nationalpark Sierra del Lacandón in Guatemala – einem der globalen Hotspots der Artenvielfalt. Weitere Informationen zu diesem und anderen Waldschutz-Projekten finden Sie auf unserer Seite https://www.regenwald-schuetzen.org/unsere-projekte/.

 

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