Grafik Systemdenken

Unterrichtsmaterial Systeme verstehen

Systemkompetenz vermitteln

Die Herausforderungen, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten, sind groß - Klimaschutz, Armutsminderung, Urbanisierung, Stabilität, Frieden u.v.m. Und sie haben etwas gemeinsam: Sie betreffen komplexe ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme, deren Entwicklungen sich nicht sicher voraussagen lassen. Sie bringen Zielkonflikte mit sich, eine Fülle an Informationen, die bewertet werden müssen – und dadurch auch Unsicherheiten, was „richtig“ und was „falsch“ ist.

Welche Fähigkeiten müssen wir erlernen, um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein? Was müssen wir Jugendlichen vermitteln, um sie auf diese Herausforderungen vorzubereiten?

Der Schlüssel liegt in der Vermittlung von Systemkompetenz. Das ist die Fähigkeit, Systeme in ihrer Gesamtheit und Variabilität zu verstehen und sie in Form von Modellen, die „Wirklichkeitsschablonen“ sind und sich der Wahrheit annähern, abzubilden und analysieren zu können. Es gilt, komplexe Themen und Zusammenhänge zu verstehen, Wirkungsbereiche zu erkennen, Schlüsse zu ziehen, Folgen abzuschätzen und Prognosen zu treffen. Aber auch Eingriffe in Systeme zu planen und bewerten zu können, sowie die Folgen dieser Eingriffe nachzuvollziehen.

Unser Ziel ist es, dass die Schüler sich mit komplexen globalen Zusammenhängen von Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen wollen und sich ob der scheinbaren Grenzenlosigkeit von möglichen Verbindungen nicht ohnmächtig fühlen.

Wir möchten sie befähigen, diese Zusammenhänge in Systemdarstellungen festzuhalten und dadurch vereinfacht abzubilden, um daraus Schlüsse zu ziehen und Folgen abzuschätzen. Sie sollen ihre persönlichen und die gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten erkennen.

Wozu ist das wichtig?

Die erworbene Kompetenz systemisch zu denken, können die Schüler im Alltag nutzen, um sie auch auf andere Themen wie z.B. Gerechtigkeit, anzuwenden und das eigene Handeln zu hinterfragen. Es ermöglicht ihnen, souverän an Entscheidungsprozessen teilzuhaben, verschiedene Blickwinkel nachzuvollziehen und verantwortungsbewusst zu Handeln im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung und eine lebenswerte Zukunft.

Checkliste: Was sollen die Schüler im Anschluss können?

  • Wirkungsketten und Kausaldiagramme aufstellen und interpretieren können: d.h. Informationen entnehmen oder integrieren, Prognosen treffen, Ursachen und Folgen in Verbindung setzen, Eingriffe planen und bewerten
  • Modelle/Systeme als Wirklichkeitsschablonen begreifen
  • Veränderbarkeit von Systemgrößen erkennen (ausgleichende und verstärkende Rückkopplungen)
  • Systeme, Subsysteme und Überlappungen von Systemen begreifen (Beispiel: Wenn ich den Wald fälle, hat das nicht nur Einfluss auf das System Wasserkreislauf. Auch das System Lebensraum Wald ist massiv betroffen. Ich muss also erkennen können, welche weiteren Systeme ich beachten muss, wenn ich in ein System eingreife!)
  • Sich selbst im System verorten. Feststellen, dass wir Teil des Ganzen sind.

Darüber hinaus:

  • Werte und Normen hinterfragen
  • Perspektivwechsel
  • Natur als Systemkünstler kennenlernen

Bildungsmaterialien für Lehrer und Multiplikatoren

In der Projektlaufzeit entsteht ein buntes Materialpaket bestehend aus tollen Arbeitsblättern, innovativen Aktionen, Unterrichtsideen und vielen Hintergrundinformationen. Damit möchten wir Ihnen spannende und neue Zugänge liefern, Ihre Schüler im Systemdenken zu fördern. In Praxisprojekten wird die Effektivität und Umsetzbarkeit getestet.

In der Unterrichtseinheit „Systeme verstehen“ widmen wir uns dem Thema der Regenwaldzerstörung durch unseren alltäglichen Konsum, damit die Jugendlichen das Systemdenken direkt an einem alltagsnahen Thema erproben können.

Praxisprojekt – Machen Sie mit!

Werden Sie Teil des Projekts! Melden Sie Ihre Klasse für einen kostenfreien Probetermin an. Wir kommen gerne zu Ihnen in die Schule und testen unsere frisch entwickelten Unterrichtmaterialien auf Schultauglichkeit. Feedback zur Optimierung des Materials von Ihnen und Ihren Schülern ist dabei erwünscht! Anmeldung bei Projektmitarbeiterin Annika Wachten unter awachten@oroverde.de oder telefonisch unter 0228-2429020.

Ausblick

Neben dem Thema „Systeme verstehen“ erarbeiten wir in unserem Projekt „Keine Angst vor Komplexität“ auch Bildungsmaterialien zu den Themenbereichen „Umgang mit Dilemmasituationen“, „Reboundeffekte“ und „Tatort Tropenwald – ein Mitmachkrimi“.

Im Herbst 2019 finden Sie auf dieser Seite kostenfreie Downloads und Informationen zu den Materialpaketen!

Melden Sie sich gerne bei Projektmitarbeiterin Annika Wachten per Mail an awachten@oroverde.de, wenn Sie weitere Informationen zum Unterrichtmaterial erhalten möchten!

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Annika Wachten 
Umweltbildung, BNE und globales Lernen
Telefon: 0228 24290-20
E-Mail: awachten@oroverde.de