Unterrichtsmaterial Systeme verstehen ©Valerij Pabst

Unterrichtsmaterial Systeme verstehen

Systemkompetenz vermitteln

Die Herausforderungen, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten, sind groß - Klimaschutz, Armutsminderung, Urbanisierung, Stabilität, Frieden u.v.m. Und sie haben etwas gemeinsam: Sie betreffen komplexe ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme, deren Entwicklungen sich nicht sicher voraussagen lassen. Sie bringen Zielkonflikte mit sich, eine Fülle an Informationen, die bewertet werden müssen – und dadurch auch Unsicherheiten, was „richtig“ und was „falsch“ ist.

Systemdenken lernen

Systemkompetenz ist die Schlüsselkompetenz, wenn es darum geht, mit den komplexen Herausforderungen unseres Alltags zurecht zu kommen und Zusammenhänge zu durchschauen. Bekannt geworden durch den biokybernetischen Ansatz von Vester hat Systemdenken bereits in vielen Wissenschaftsgebieten und deren Anwendungsberei­chen Bedeutung erlangt: Im Management, in der Or­ganisationsentwicklung, in der Familientherapie und als Systems Dynamics im Bereich der Modellbildung. Doch wie lässt sich systemisches Denken Schülerin­nen und Schülern vermitteln?

Zunächst einmal ist es erforderlich zu erkennen, dass jeder Wirklichkeitsbereich als System angesehen werden kann. Es gilt zu verstehen, dass Systeme offen und veränderbar sind, aber auch, dass unsere Modelle von Systemen „Wirklichkeitsschablonen“ sind, die versuchen sich der Wahrheit anzunähern, aber nicht mit ihr identisch sind.

So lassen sich Systeme z. B. in Form von Wirkungs­ketten und Kausaldiagrammen darstellen, die mehr oder minder komplex ausfallen können. Die Kausal­diagramme bilden Zusammenhänge systemisch ab und erleichtern so das Verstehen komplexer Themen und wechselseitiger Beziehungen. Die einzelnen Systemgrößen sind dabei nicht starr, sondern können sich ständig verändern. Sie haben fördernde oder hemmende Auswirkungen in Bezug auf andere Sys­temgrößen. Die Vielgestaltigkeit und Innergesetzlich­keit macht entsprechend eine Vorhersagbarkeit nur bedingt möglich. Zudem sind alle Systemteile selbst Systeme (oft Subsysteme genannt) und jeder System­teil ist meistens Teil mehrerer Systeme, in denen er unterschiedlichste Funktionen ausführt.

Klingt kompliziert? Keine Sorge! Wir arbeiten uns Schritt für Schritt vor, damit Ihre Schülerinnen und Schüler lernen:

• Systemmodellen Informationen zu entnehmen oder neue Informationen zu integrieren

• eine oder mehrere Folgen durch Bezug auf eine oder mehrere Ursachen vorherzusagen

• Prognosen zu erstellen

• sowie Eingriffe zu planen und bewerten zu können

Zudem geht es um eine Verortung von sich selbst im System – wobei man schnell feststellt, dass man sich selbst „mittendrin“ im System bewegt, also ein Teil des Ganzen ist.

Checkliste: Was sollen die Schüler im Anschluss können?

  • Wirkungsketten und Kausaldiagramme aufstellen und interpretieren können: d.h. Informationen entnehmen oder integrieren, Prognosen treffen, Ursachen und Folgen in Verbindung setzen, Eingriffe planen und bewerten
  • Modelle/Systeme als Wirklichkeitsschablonen begreifen
  • Veränderbarkeit von Systemgrößen erkennen (ausgleichende und verstärkende Rückkopplungen)
  • Systeme, Subsysteme und Überlappungen von Systemen begreifen (Beispiel: Wenn ich den Wald fälle, hat das nicht nur Einfluss auf das System Wasserkreislauf. Auch das System Lebensraum Wald ist massiv betroffen. Ich muss also erkennen können, welche weiteren Systeme ich beachten muss, wenn ich in ein System eingreife!)
  • Sich selbst im System verorten. Feststellen, dass wir Teil des Ganzen sind.

Darüber hinaus:

  • Werte und Normen hinterfragen
  • Perspektivwechsel
  • Natur als Systemkünstler kennenlernen

 

Materialpaket "Systeme verstehen"

Alle verfügbaren Module in einem Dokument finden Sie hier zum kostenfreien Download.

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Birthe Hesebeck
Teamleitung Bildung für nachhaltige Entwicklung
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